Vertragsrecht

Reiserecht für Reiseveranstalter und Reisemittler

Was ist der Unterschied zwischen Reiseveranstalter und Reisebüro bzw. -vermittler? Nach welchen Kriterien erfolgt die Einordnung? Welche Pflichten hat ein Reiseveranstalter, welche das Reisebüro bzw. der Reisevermittler? Welche Haftungsrisiken entstehen nach dem Reiserecht? Gerade für Existenzgründer sind diese Fragen relevant. Hier gibt es wichtige Informationen.

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Hinweise zu den rechtlichen Bestimmungen des Reiserechts sowie Kontaktdaten von nützlichen Ansprechpartnern finden Sie in unserem Merkblatt "Reiseveranstalter und Reisebüro/-vermittler". Die Abgrenzung zwischen Reisebüro/ -vermittler und Reiseveranstalter ist nicht so einfach:

Ein Reisevermittler bzw. ein Reisebüro tritt lediglich als Vermittler für die Reiseleistung eines Dritten auf.

  • Für ein Reisebüro ist die Sorgfalt bei der Beratung besonders wichtig. Bei der Vermittlung von Pauschalreisen ist unbedingt der Sicherungsschein des Reiseveranstalters zu übergeben.
  • Ein Reiseveranstalter hat dagegen für den ordnungsgemäßen Ablauf einer Reise einzustehen und für etwaige Mängel zu haften. Seine Informationspflichten umfassen auch Pass- und Visumserfordernisse für deutsche Staatsangehörige und gesundheitspolizeiliche Formalitäten.
  • Evtl. vorhandene Prospekte müssen den Katalogpflichtangaben entsprechen. Die eingenommenen Kundengelder müssen gegen die Insolvenz des Reiseveranstalters abgesichert werden. Dazu gibt es die Sicherungsscheine.

EU-Pauschalreiserichtlinie: Änderungen im Reiserecht

Brüssel hat als Antwort auf den digitalen Wandel die inzwischen 25 Jahre alte Pauschalreiserichtlinie neu gefasst und gleiche Standards für das Reiserecht in Europa geschaffen. Die Mitgliedsstaaten müssen die Richtlinie bis Ende 2017 in nationales Recht umsetzen. Der deutsche Gesetzgeber hat deshalb die Vorschriften zum Reiserecht im Bürgerlichen Gesetzbuch geändert. Das Gesetz wird am 01.Juli 2018 in Kraft treten. Bis dahin sollten Reisebüros und Reiseveranstalter die Zeit nutzen sich auf die neuen gesetzlichen Vorschriften einzustellen.

Die IHK-Organisation hat sich erfolgreich für mehr Rechtssicherheit eingesetzt und die generelle Veranstalterhaftung für Reisebüros verhindert. Künftig ist ein einheitlicher Bezahlvorgang bei verbundenen Reiseleistungen möglich und der Sicherungsschein bleibt erhalten. Auch die Wertgrenze für Tagesreisen wurde auf 500 € erfolgreich erhöht. Nur diejenigen Tagesreisen, die diese Wertgrenze übersteigen, gelten künftig als Pauschalreise.

Die IHK München hatte am 21. März 2017 zur Veranstaltung „Das neue Pauschalreiserecht“ eingeladen. Herr Professor Dr. Ernst Führich, Reiserechtsexperte und beratender Sachverständiger im Gesetzgebungsverfahren zur EU-Pauschalreiserichtlinie, hat den Teilnehmern die Änderungen aufgezeigt und Tipps für die Umsetzung gegeben. Seine Präsentation stellt er den Mitgliedern zur Verfügung.

Eine Zusammenfassung der Neuregelung finden Sie hier