Muster der Lohnsteueranmeldungen bzw. -bescheinigungen

Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, bis zum 28. Februar des Folgejahres der Finanzverwaltung eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung zu übermitteln. Unterjährig sind die Lohnsteuerbeträge anzumelden und abzuführen.

Änderungen bei der Lohnsteuer

  • Seit 2017 sind die Lohnsteueranmeldung quartalsweise abzugeben, wenn die Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr zwar mehr als 1.080 Euro, aber nicht mehr als 5.000 Euro betragen hat.
  • Für kurzfristig Beschäftigte dürfen Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal mit 25 Prozent berechnen, vorausgesetzt, der durchschnittliche Tageslohn ist nicht höher als 72 Euro (Anhebung 2017). Bei einer Anhebung des Mindestlohns ist hier mit Anpassungen zu ‎rechnen.
  • Seit dem 1. Januar 2018 müssen Arbeitgeber die digitale LohnSchnittstelle (DLS) verwenden, bisher wurde das nur empfohlen. Bei der DLS handelt es sich um eine Schnittstelle zum elektronischen Lohnkonto, über die der Finanzverwaltung die lohnsteuerrelevanten Daten nach einem amtlich vorgeschriebenen Standarddatensatz bereitgestellt werden müssen.

Was ist zu beachten?

Das Muster des Ausdrucks der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung wird jährlich von der Finanzverwaltung bekanntgegeben. Die Datenübermittlung ist nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz über eine amtlich bestimmte Schnittstelle authentifiziert vorzunehmen. Das für die Authentifizierung erforderliche Zertifikat muss vom Datenübermittler einmalig im ElsterOnline-Portal unter www.elster.de beantragt werden.

Aufgrund des Schreibens des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 27. September 2017, das auch für das Jahr 2019 gilt, ist insbesondere außerdem Folgendes zu beachten:

  • Auch für die Kalenderjahre ab 2018 sind Lohnsteuerbescheinigungen sowohl für unbeschränkt als auch für beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer zu erstellen.
  • Die elektronische Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung mit der eTIN (= elektronische Transfer-Identifikationsnummer) ist weiterhin zulässig, sofern für den Arbeitnehmer keine Identifikationsnummer vergeben wurde oder der Arbeitnehmer diese dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt hat.
  • Die abgerufenen elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkale (ELStAM) oder die auf der entsprechenden Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug eingetragenen Lohnsteuerabzugsmerkmale sind vollständig zu übermitteln. Dabei ist im elektronischen Datensatz neben den ELStAM auch das Datum „gültig ab“ zu übermitteln.
  • Unter Nummer 2 des Ausdrucks ist in dem Feld Anzahl „U“ die Anzahl der Unterbrechungszeiträume zu bescheinigen, in denen an mindestens 5 aufeinander folgenden Arbeitstagen der Anspruch auf Arbeitslohn im Wesentlichen weggefallen ist (z. B. wegen Krankheit). Nicht zu bescheinigen sind Zeiträume, in denen der Arbeitnehmer bestimmte Lohnersatzleistungen erhalten hat (z. B. Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld).
  • Wenn dem Arbeitnehmer anlässlich einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten eine mit dem amtlichen Sachbezugswert zu bewertende Mahlzeit zur Verfügung gestellt worden ist, muss seit dem 1. Januar 2019 zwingend der Großbuchstabe "M" bescheinigt werden. Die bisherige Übergangsregelung – nach Rz. 92 des BMF-Schreibens zum Reisekostenrecht vom 24. Oktober 2014 – ist endgültig ausgelaufen.

Weitere Einzelheiten erfahren Sie in dem BMF-Schreiben vom 27. September 2017. Darin sind die ab 2018 geltenden Änderungen gegenüber dem bisherigen BMF-Schreiben durch Fett- und Kursivdruck hervorgehoben.

Seit Anfang 2019 sind Arbeitgeberleistungen (Barzuschüsse und Sachleistungen) für Fahrten des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Sie mindern die beim Arbeitnehmer als Werbungskosten zu berücksichtigende Entfernungspauschale und sind im Lohnkonto aufzuzeichnen sowie in Zeile 17 der Lohnsteuerbescheinigung einzutragen.

Auch die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährten geldwerten Vorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Nutzungsüberlassung eines betrieblichen Fahrrads (mit oder ohne Elektromotor) vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer sind in den Jahren 2019 bis 2021 steuerfrei. Wird das Fahrrad (auch) zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt, sind die steuerfreien Sachbezüge nicht auf die Entfernungspauschale anzurechnen. Eintragungen in der Lohnsteuerbescheinigung sind daher nicht vorzunehmen.

Das Muster zur Lohnsteuerbescheinigung 2019 sowie zur Lohnsteuer-Anmeldung ab 2019 stellen wir Ihnen unter Downloads zur Verfügung.

Aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung, die Lohnsteueranmeldungen und Umsatzsteuer-Voranmeldungen auf elektronischem Weg – authentifiziert – zu übermitteln, stellt die Finanzverwaltung hierfür keine ausfüllbaren Vordrucke zur Verfügung.

Im Laufe des Jahres 2008 haben die meisten Personen von der Finanzverwaltung eine steuerliche Identifikationsnummer (IdNr.) zugeteilt bekommen. Die Arbeitgeber müssen diese seitdem anstelle der eTIN für die Datenübermittlung der Lohnsteuerbescheinigung verwenden. Falls dem Arbeitnehmer seine persönliche IdNr. nicht bekannt ist, sendet das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) ihm diese erneut zu. Die hierfür erforderlichen Daten kann der Arbeitnehmer entweder über das Eingabeformular auf der Homepage des Bundeszentralamts (www.bzst.de) oder schriftlich (Bundeszentralamt für Steuern, Referat St II 6, 53221 Bonn) an das BZSt übermitteln.

Mit der Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte ist die bisherige Papier-Lohnsteuerkarte ab dem Jahr 2013 durch ein elektronisches Verfahren (sog. ELStAM-Verfahren) ersetzt worden.