CEO-Fraud: Wenn der Chef plötzlich überweisen lässt

businessman with paper standing in night office
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Es trifft besonders den Mittelstand: Beim CEO-Fraud werden Absichten und auch Reisepläne von Unternehmen ausgekundschaftet. Dann schlägt der Betrüger zu: Er schreibt beispielsweise unter der E-Mail-Adresse des tatsächlichen Chefs von einer Dienstreise an die Buchhaltung. Sie solle sofort auf ein ausländisches Konto einen Betrag überweisen, sonst werde das nichts mit dem Auftrag.

Was passiert beim CEO-Fraud?

Die Täter informieren sich genauestens über das Unternehmen:

  • Mit welchen Unternehmen in welchen Ländern bestehen Geschäftsbeziehungen?
  • Welches Vorhaben steht an?
  • Wer leitet das Unternehmen?
  • Wie sehen die Reisepläne der Chefs, insbesondere des CEO (Chief Executive Officer) aus?
  • Welche E-Mail-Adresse und Telefonnummer hat der CEO?
  • Wer ist für Überweisungen im Unternehmen zuständig?
  • Wie lauten dessen E-Mail-Adresse und Telefonnummer?
  • Lassen sich in sozialen Netzwerken weitere Hinweise über persönliche Vorlieben finden?

Wenn beispielsweise der CEO auf Reisen ist, um eine Investition im Ausland vorzubereiten, melden sich die Betrüger unter dessen E-Mail-Adresse oder auch Telefonnummer bei seinen Mitarbeitern. Sie nehmen Bezug auf das geplante Vorhaben und fordern die Mitarbeiter auf, sofort einen Betrag auf ein Konto zu überweisen. Meist befindet sich das Konto im Ausland, vor allem in Hongkong, China oder osteuropäischen Staaten.

Schäden

Laut Bundeskriminalamt konnten Kriminelle mehrere Millionen Euro erbeuten.

Wie können Sie sich gegen CEO-Fraud wappnen?

Kontrollieren Sie die Informationen, die extern zugänglich sind, besonders

  • Geplante Vorhaben
  • Reisepläne der Chefetage
  • Durchwahlnummern
  • E-Mail-Adressen

Was tun, wenn die Unternehmensleitung auf Reisen ist:

  • Es muss klare Vertretungsregeln geben, wenn die Leitungsebene auf Reisen ist.
  • Kontrollieren Sie grundsätzlich E-Mail-Adressen auf Schreibweise .
  • Formlose Zahlungsanweisungen müssen über Rückruf verifziert werden.

Aktuelle Masche beim CEO-Fraud: Anrufe vom Bundeskanzleramt

Vorsicht bei angeblichen Anrufen des Bundeskanzleramtes

Aktuell häufen sich Fälle, in denen ein angeblicher Mitarbeiter des Bundeskanzleramts mit Unternehmen in Deutschland telefonisch oder per Mail Kontakt aufnimmt. Der angebliche Mitarbeiter benutzt den Namen „Uwe Becker“ und gibt sich als persönlicher Referent eines Abteilungsleiters im Bundeskanzleramt aus. „Uwe Becker“ bittet um ein vertrauliches Gespräch mit der Geschäftsleitung des Unternehmens. In diesem Gespräch erläutert er, dass er im Auftrag des sicherheitspolitischen Beraters der Bundeskanzlerin anrufe. Für den Freikauf deutscher Geiseln benötige die Bundesregierung zwei- bis dreistellige Millionenbeträge. Die Bundesregierung sei hierbei auf Spenden aus Industrie und Wirtschaft angewiesen. Etwa 40 Millionen Euro würden noch fehlen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt ausdrücklich vor Anrufen im Namen des Bundeskanzleramts mit der Aufforderung, die Bundesregierung mit Spenden zu unterstützen. Es handelt sich immer um einen Betrugsversuch.

So verhalten Sie sich bei diesen Anrufen aus dem Bundeskanzleramt

  • Gehen Sie nicht auf Telefonate mit angeblichen Mitarbeitern des Bundeskanzleramts ein, die Sie zu einer Spende auffordern.
  • Lassen Sie sich nicht zu einer Zahlung überreden.
  • Beenden Sie das Gespräch, legen Sie einfach auf.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.