Fußball WM: Spiel am 17. Juni 2018

Deutschland gegen Mexiko: La Mannschaft contra El Tri

Fußball WM: Mexikanischer Fan
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Anpfiff: Am 17. Juni spielte die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der WM in Russland gegen Mexiko. Wer auf dem Feld besser war, haben wir nach 90 Minuten gesehen ist. Wie sieht es beim wirtschaftlichen Vergleich aus?

WM: Wo steht Mexiko beim Fußball?

Aus kulturell-sprachlicher Perspektive zählt Mexiko zu Lateinamerika. Für die FIFA zählen die Mittelamerikaner jedoch zum CONCACAF, dem Fußballverband für Nord- und Zentralamerika und die Karibik. Mexiko führt in der FIFA Rangliste diese Region mit großem Abstand an.

Das bedeutet, Mexiko muss sich in seiner Qualifikation nicht mit den Fußballgiganten Argentinien, Brasilien und Uruguay aus Südamerika messen. Deshalb waren die Mexikaner fast immer bei der Weltmeisterschaft dabei.

Aber Mexiko hat die meisten Qualifikationsspiele bestritten und die rote Laterne für die meisten Niederlagen: 25 Niederlagen in 53 Spielen. Und jetzt kam Titelverteidiger Deutschland gleich zum Auftakt der Fußball-WM.

Die Statistik sprach gegen die Mannschaft mit dem Spitznamen „El Tri“, der Bezug nimmt auf die drei Nationalfarben Mexikos grün, weiß und rot. Bisher gelang ihr nur zweimal der Sprung ins Viertelfinale (1986 und 1970 bei der Heim WM). 1986 schied Mexiko durch Elfmeterschießen gegen Deutschland aus.

In insgesamt 13 Begegnungen ging die deutsche Elf sechs Mal als Sieger vom Platz, nur einmal konnte Mexiko triumphieren. El Tri sollte man jedoch nicht unterschätzen. Chicharito, der Star der Mannschaft und ein Bundesliga-Stürmer, ist überzeugt, dass ein Sieg gegen den Titelverteidiger möglich ist. Und so kam es dann auch....

Deutschland und Mexiko als Wirtschaftspartner

Außerhalb des Fußballplatzes ist Mexiko ein wichtiger Partner der deutschen und bayerischen Wirtschaft. Mit einem Handelsvolumen von mehr als 20 Mrd. Euro (2017) ist Deutschland Mexikos wichtigster Handelspartner in der Europäischen Union. Deutsche Unternehmen sind vor allem in der Kfz- und Zulieferindustrie aktiv. Neue Werke von Daimler und BMW, die in den kommenden Monaten den Betrieb aufnehmen, sorgen dafür, dass das Investitionsniveau im regionalen Vergleich sehr hoch ausfällt. Rund 2.000 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind in Mexiko präsent. Rund ein Viertel davon kommt aus Bayern.

Daten zu Mexiko:

  • Fläche: 1,96 Mio km²
  • Einwohner (2017): 123,5 Mio.
  • Bevölkerungsdichte (2017): 62,9 Einwohner/km²
  • Geschäftssprache: Spanisch
  • Währung: Mexikanischer Peso
  • Bruttoinlandsprodukt (Jahresmittel 2017): 1.149 Mrd. US$
  • BIP-Wachstum (2017): 2,0%
  • Größter Importpartner (2017): USA
  • Größter Exportpartner (2017): USA

Außenhandelszahlen Bayern - Mexiko (2017):‎

  • Handelsvolumen: 3.264 Mio. Euro (Platz 23)
  • Außenbeitrag: 1.502 Mio. Euro (Platz 8)
  • Export: 2.383 Mio. Euro (Platz 20), +33,3 % Veränderung zum Vorjahr
  • Hauptexportgüter: Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteile, elektrische Ausrüstung, Datenverarbeitungsgeräte und elektronische und optische Erzeugnisse
  • Import: 881 Mio. Euro (Platz 32), +15,7 % Veränderung zum Vorjahr
  • Hauptimportgüter: Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse, elektrische Ausrüstung, Erdöl und Erdgas, Kraftwagen und Kraftwagenteile

Unmittelbare und mittelbare Direktinvestitionen im/aus Gastland (2015)

(meldepflichtig sind Unternehmen ab einer Bilanzsumme von 3. Mio. €)

Bayern investiert in Mexiko:

  • Unmittelbare & mittelbare Direktinvestitionen in €: 2.378 Mio.
  • Niederlassungen: 96
  • Beschäftigte: 43.000
  • Umsatz in €: 4,8 Mrd.

Zum Vergleich: Mexiko investiert in Bayern 7 Mio.€

Wirtschaftliche Stärken und Schwächen Mexikos

StärkenSchwächen
Nähe und Zollfreier Zugang zum US-MarktStarke Abhängigkeit vom US-Markt
Wettbewerbsfähige ExportwirtschaftUnsicherheiten zur weiteren Entwicklung der NAFTA-Freihandelszone mit USA und Kanada
Freihandelsabkommen mit 46 Ländern (weltweiter Spitzenreiter)Fachkräftemangel aufgrund von Ausbildungsdefiziten und fehlender Ausbildungskultur in Unternehmen
Existierende IndustriestrukturInteressengruppen/ Gewerkschaften hemmen Reformen in ineffizienten Staatskonzernen
Makroökonomische StabilitätGeringer Wettbewerb in vielen Branchen