Entsendung von Mitarbeitern macht beim Dienstleistungsexport in die EU Probleme

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Fehlende Vertriebsstrukturen, bürokratische Hindernisse bei der Entsendung von Mitarbeitern und rechtliche Auflagen machen Unternehmen den Export von Dienstleistungen schwer. Dies ist das Ergebnis einer Studie des BIHK unter 449 Unternehmen.

Mirjam Dobmeier von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt hat die Ergebnisse der BIHK-Studie bei der Veranstaltung "Dienstleistungsexport im Binnenmarkt: Hindernisse beseitigen, Durchblick für Unternehmen schaffen" vorgestellt. Dobmeier erklärte, bürokratische Auflagen bei der Mitarbeiterentsendung und das unterschiedliche Steuerrecht innerhalb der EU seien die größten Exporthindernisse. Darunter litten nicht nur klassische Dienstleister, sondern auch die Industrie. Nach der Umfrage bieten 78 Prozent der teilnehmenden produzierenden Unternehmen in Bayern, die im Ausland aktiv sind, heute bereits Dienstleistungen an.

Dienstleister benötigen einen schnellen und einfachen Überblick über die bürokratischen Barrieren, denen sie im Binnenmarkt begegnen. Alexander Lau, stellvertretender Bereichsleiter Außenwirtschaft der IHK für München und Oberbayern, stellte das Konzept eines neuen Internetportals „Dienstleistungskompass.eu“ im Detail vor. Es soll künftig Unternehmen leicht verständlich über die Entsendung von Mitarbeitern in der EU informieren. Tipps und Infos soll es zu allen wichtigen Punkten von Arbeitsrecht bis Rechnungsstellung geben.

Die EU-Kommission will den Unternehmen einen Dienstleistungsausweis anbieten, um ihnen ihre grenzüberschreitenden Geschäfte in Europa zu erleichtern. Der Dienstleistungsausweis soll den Informationsaustausch unter den Behörden fördern, zu einer schnelleren Berufsanerkennung führen, Gesetze harmonisieren und die Digitalisierung vorantreiben. Strittig sind noch die Details. Derzeit läuft eine Konsultation der EU-Kommission, die klären soll, was sich die Wirtschaft von diesem Pass erwartet. Die Unternehmen warnen, dass über den Ausweis, der Bürokratie bekämpfen soll, nicht noch mehr Bürokratie entsteht.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie zum Dienstleistungsexport

  • Jedes fünfte Unternehmen sieht es als problematisch an, im Zielland Vertriebsstrukturen aufzubauen.
  • 18 Prozent der Dienstleistungsunternehmen klagen über mangelnde rechtliche Sicherheit beim Dienstleistungsexport.
  • Bei der Entsendung von Mitarbeitern ist für 20 Prozent Dienstleistungsunternehmen die Erfüllung bürokratischer Hürden eine Herausforderung.
  • 18 Prozent der Dienstleistungsunternehmen klagen über komplexe steuerliche Vorgaben im Exportland.


Die englische Präsentation "Challenges of service export - insights from Bavaria" finden Sie hier.