Welche Erfahrungen haben andere Unternehmen mit Industrie 4.0 gemacht?

Praxisberichte aus der Welt der Industrie 4.0

Dominik Biersack, Geschäftsführer, zu Additiver Fertigung

Das Unternehmen Biersack ist ein mittelständischer Systemzuliefererfür die Industrie, unter anderem mit Kunden in der Medizintechnik, im Automobil- und Maschinenbau. Welche Rolle spielt Additive Fertigung für Sie?

Additive Fertigung, beziehungsweise Additive Manufacturing (AM), ist für uns allen voran ein strategisches Thema, welches wir bereits seit einigen jahren sehr genau beobachten. Viele die das Thema heute schon einsetzen sind entweder im Bereich Rapid Prototyping oder im Werkzeug- und Formenbau unterwegs. In den Bereich der klassischen Serienfertigung, wo Biersack schwerpunktmäßig unterwegs ist, war AM bisher kaum wettbewerbsfähig. Wir versuchen mit AM unsere Nischenanwendungen zu optimieren und zu verbessern und sehen in Zukunft ein erhebliches Potenzial als Ergänzung unserer Fertigungstiefe. Da wir auch einen hohen Anteil an Gussteilen und mechanischen Baugruppen be- bzw. verarbeiten, befürchten wir eine zunehmende Verdrängung.

Welche Bedeutung wird die Additive Fertigung in den nächsten 5 Jahren in Ihrem Unternehmen haben?

Wir arbeiten aktiv an einem Business-Plan zum Aufbau einer Fertigung im Bereich AM. Für uns kommt das selektive Laserschmelzen aus Metallpulver in Frage. Insbesondere im Luftfahrt- und Medizinbereich sehen wir hier deutliche Ansatzpunkte. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir Anwendungen bzw. Produkte identifizieren und die künftig mit Unterstützung oder ganz durch additive Fertigungsverfahren herstellen. Wir gehen davon aus, dass in 10-20 Jahren ein erheblicher Teil unseres Maschinenparks aus sogenannten 3D-Druckern bestehen wird.

Wir bereiten Sie sich auf diese Entwicklungen vor?

Wir gesagt, wir arbeiten aktiv an einem Business-Plan und sprechen sehr viel mit Kunden, aber auch Maschinenherstellern und Marktbegleitern über die Technologien.

Welche Produkte sind aus Ihrer Sicht dabei besonders relevant?

Interessant wird logischerweise die Finanzierung von AM-Anlagen, da ja zunächst mal zu erwarten ist, dass erstmal wenig Umsätze realisierbar sind. Die Auswahl und die Qualifikation des Personals für diesen Bereich wird eine Herausforderung und zudem besonders relevant wird die Auswahl der Maschinenhersteller und der Technologien sein.

Kooperieren Sie beim Weg hin zur Additiven Fertigung auch mit Start-Ups, Wissenschaftseinrichtungen oder anderen Unternehmen?

Wir kooperieren derzeit insbesondere mit Herstellern und Dienstleistern aus dem Bereich. Natürlich sprechen wir auch mit Unternehmen, die bereits in diesem Markt tätig sind.