IHK Ratgeber

Krisen erkennen und Handlungsspielräume ‎sichern

Krisen erkennen im Unternehmen
© Lukas

Wenn Sie eine Krise erkennen, besteht das Problem im Unternehmen meist schon ‎länger. Wir zeigen, wie Sie Schwierigkeiten souverän meistern.‎

Inhalt

Zusammenfassung

Unternehmenskrisen gehören aktuell zum Alltag. Bestes Beispiel ist die deutsche Automobilindustrie, die nicht nur vom Dieselskandal gebeutelt ist. In China, dem größten Absatzmarkt im Ausland, sinken die Verkaufszahlen kontinuierlich. Einerseits setzt der Handelskrieg mit den USA der chinesischen Wirtschaft kräftig zu. Auf der anderen Seite erlassen immer mehr Provinzen restriktive Regeln zur Zulassung, da westliche Probleme wie Luftverschmutzung und Dauerstau rasant zunehmen. Ebenso läuft das Geschäft mit den USA nicht gut. Bei der E-Mobilität sind die deutschen Autobauer immer noch im Rückstand. Da der Autobau eine der bedeutendsten Branchen in Deutschland ist, ziehen Unternehmenskrisen weite Kreise. Sinkt der Absatz, kommen die Zulieferer und der Maschinenbau ins Wanken. Kurzarbeit und Entlassungswellen werden bei allen Unternehmen spürbar, die betroffene Mitarbeiter und ihre Angehörigen versorgen – vom Buchhandel bis zum Friseur oder Fitnessstudio. Dazu kommt, dass sich der Konjunkturzyklus in den USA und in Europa seinem Ende zuneigt und rein statistisch die nächste Rezession ins Haus steht. Erschwerend wirkt sich der Klimawandel aus. Immer neue Umweltschutzgesetze sind zwar notwendig, treffen die deutschen Unternehmer aber oft ohne erforderliche Übergangsfristen und Hilfen.

Was ist eine Rezession und welche Auswirkungen hat ‎sie auf Unternehmen?‎

Wirtschaftswissenschaftler sprechen von einer Rezession, wenn die wirtschaftliche Entwicklung in einer Volkswirtschaft negativ ist. Das heißt, Wachstum bleibt aus, stattdessen schrumpft die Wirtschaft. Die Folge sind Entlassungen, ein Sinken der Nachfrage und fehlende Investitionen. Die Aussichten in einer Rezession sind schlecht, da insbesondere die mangelnde Nachfrage und die Zurückhaltung bei den Investitionen in der Wirtschaft das Problem verstärken. Es kommt zu möglichen weiteren Entlassungen, die eineAbwärtsspirale nochmals anfeuern. Laut Definition tritt eine Rezession ein, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen ein negatives Wirtschaftswachstum zu verzeichnen ist. Gemessen wird am Bruttoinlandsprodukt.

Krisen erkennen: die wirtschaftliche Entwicklung

Theoretisch unterliegt die Konjunktur regelmäßigen Schwankungen. Experten erkennen an den Konjunkturwerten, wie gut oder schlecht die Kapazitäten der Produktionsstätten ausgelastet sind. Ein Konjunkturzyklus setzt sich aus vier Phasen zusammen:

  • Boom: Dies bezeichnet den wirtschaftlichen Höhepunkt, der kaum zu überschreiten ist.
  • Expansion: Hier findet ein Aufschwung statt.
  • Rezession: Das Wirtschaftswachstum nimmt ab.
  • Depression: Hierbei handelt es sich um das Gegenteil des Booms, schlechter kann es der Wirtschaft nicht mehr gehen.

In der Praxis sind komplette Konjunkturzyklen sehr selten. Entgegen der Lehrbuchmeinung bewegt sich die Wirtschaft in der Regel zwischen Expansion und Rezession. Letztere ist von folgenden Merkmalen gekennzeichnet:

  • negative wirtschaftliche Entwicklung, meist sichtbar an zurückgehenden Aktienkursen
  • Nachfragerückgang der Güter, erkennbar an leeren Auftragsbüchern
  • Rückgang der Investitionen aufgrund negativer Aussichten; Verschieben von Ersatz- und Neubeschaffungen nach hinten
  • Abbau von Überstunden und Kurzarbeit aufgrund zu geringer Arbeit
  • Überfüllung der Lager aufgrund fehlender Nachfrage

Da bei einer Rezession Unternehmen ebenso wie Verbraucher zurückhaltend reagieren und „das Geld beisammenhalten“, birgt der wirtschaftliche Abschwung immer das Risiko einer Depression.

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Die Formen und Phasen von Krisen erkennen

Unternehmen sind Krisen nicht hilflos ausgeliefert. Das gilt besonders für Schwierigkeiten, die „hausgemacht“ und nicht von außen verursacht werden.

Was ist eine Unternehmenskrise?

Finanz- und Wirtschaftsexperten definieren eine Unternehmenskrise anhand von Stadien, die den möglichen Fortbestand von Unternehmen gefährden oder gar unmöglich machen können. Hier kommt es auf interne sowie auf externe Einflüsse an. Dabei sind diese Prozesse:

  • ungewollt
  • ungeplant
  • zeitlich begrenzt

Gefährden solche Prozesse die Zielerreichung, kommt es zur Krise. Diese führt nicht zwangsläufig zum Untergang. Je nach Krisenphase gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sich wieder aus dieser zu befreien

Die Phasen von Unternehmenskrisen

Kennzeichnend für Krisen in Unternehmen ist der unterschiedliche Zeitpunkt zwischen dem tatsächlichen Beginn der Schwierigkeiten und der Wahrnehmung der Probleme durch die Geschäftsführung.

Krisen lassen sich in folgende Phasen einteilen:

  • Phase 1 – potenzielle Unternehmenskrise oder Stakeholder-Krise: Dieser Zeitabschnitt beschreibt eigentlich den Normalzustand im Unternehmen. Denn tatsächlich steht jede Unternehmung immer vor Problemen. Der Ausfall einer wichtigen und nur nach Monaten Bauzeit zu ersetzenden Produktionsmaschine, die Pleite des größten Kunden oder neue gesetzliche Bestimmungen können von heute auf morgen zu ernsthaften Problemen in der Unternehmung führen. In der ersten Phase haben Unternehmer die besten Chancen, mögliche Krisen zu erkennen und entsprechende Handlungsstrategien zu entwerfen. Solange der Betrieb reibungslos läuft, haben sie einen besonders großen Spielraum. Daher setzt ein vorausschauendes Krisenmanagement genau an dieser Stelle an und sucht nach gefährlichen Schwachstellen.
  • Phase 2 – latente Unternehmenskrise oder Strategiekrise: An dieser Stelle des Krisenprozesses sind bereits Schwierigkeiten eingetreten oder werden mit hoher Wahrscheinlichkeit aufkommen, aber die Unternehmung selbst bemerkt mit ihren vorhandenen Überwachungsmechanismen (noch) nichts davon. Geeignetes Werkzeug aus dem vorbeugenden Krisenmanagement wie die strategische Frühaufklärung oder operative Frühwarnungen helfen, die latente Krise zu identifizieren. Unternehmer sind gut beraten, solche Maßnahmen fest im Betrieb zu installieren.
  • Phase 3 – akute beherrschbare Unternehmenskrise oder Produkt- und Absatzkrise: Ohne fachgerechtes Frühwarnsystem ist dies der Punkt, an dem die Mehrzahl der Unternehmungen die Krise bemerken. Jetzt werden die schädlichen Auswirkungen der Probleme sichtbar und beeinflussen das Ergebnis negativ. Frühaufklärung ist hier nutzlos. Jetzt gilt es, schnell zu handeln. Denn ohne aktives Gegensteuern wird sich die Krise verstärken und der Handlungsrahmen engt sich immer mehr ein. Dann folgt am Ende unweigerlich Phase 4.
  • Phase 4 – akute nicht beherrschbare Unternehmenskrise oder Ertragskrise: Gelingt es nicht, die Unternehmungskrise zu beherrschen, erreicht die Firma für ihr Überleben wichtige Ziele nicht. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf, ohne den Verantwortlichen Möglichkeiten zum Handeln zu geben. Alle Versuche, die Probleme zu bewältigen, laufen ins Leere.
  • Liquiditätskrise
  • Insolvenz

Die Absatzkrise

Eine Absatzkrise liegt dann vor, wenn der gesamtwirtschaftliche Absatz stockt. Im Krisenmanagement bedeutet dies, dass sich die Absatzkrise im eigenen Unternehmen widerspiegel.

Deutschland ist ein klassisches Exportland. Die meisten Waren und viele Dienstleistungen, die hierzulande erbracht werden, sind für das Ausland gedacht. Internationale Konflikte, Handelsstreitigkeiten oder Wirtschaftskrisen in wichtigen Absatzmärkten schwächen den Export. Aber auch eine nachlassende Binnennachfrage kann eine Absatzkrise auslösen. Hier muss unterschieden werden zwischen endogen Krisenursachen, also Ursachen, die im Unternehmen liegen und exogenen Krisenursachen. Zu den typischen Ursachen gehören:

  • verändertes Konsumverhalten (Moden, Zurückhaltung aus Sorge etc.)
  • Veränderungen in der Produktion (neue Produktionsverfahren, überlegene Produzenten im Ausland etc.)
  • Entsprechungsstörungen (der Bedarf übersteigt das Angebot an Fachkräften, Banken gewähren nicht ausreichend Kredite etc.)

Die Absatzzahlen der Automobilindustrie als Krise erkennen

Die Krise der deutschen Automobilindustrie war abzusehen. Der Verlauf ist im Nachhinein klar erkennbar.

  • 2009 erschüttert der Dieselskandal Deutschland, Europa und die USA.
  • Die deutschen Autokonzerne erleiden einen großen Imageschaden, gleichzeitig verschärfen sich die Diskussionen um Abgase und die Luftqualität in den Städten.
  • Angeschlagen durch ein schlechtes Krisenmanagement, müssen die Konzerne auch noch einen zweistelligen Absatzrückgang im größten Wachstumsmarkt der Branche verkraften. China leidet unter dem Handelskrieg und verschärft seine Umweltauflagen.
  • Dazu hinken die deutschen Autobauer bei der Elektromobilität hinterher und die geringeren Absätze schmälern den Gewinn. Dieser ist aber unverzichtbar, um in dringend nötige Innovationen zu investieren.

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Die Folgen der automobilen Krise erkennen

Die strukturelle und finanzielle Krise der Automobilindustrie kann in den nächsten zehn Jahren 125.000 Arbeitsplätze kosten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Centers for Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Das hat unter anderem folgende Gründe:

  • Eine Abkehr vom Verbrennungsmotor ist unumgänglich, aber E-Autos haben viel weniger Teile und sind einfacher zu produzieren als klassische Kraftfahrzeuge.
  • Damit benötigen die Hersteller weniger Mitarbeiter. Aber auch die Zulieferbetriebe sind betroffen. Denn viele Teile, die das Geschäft der Unternehmen ausmachen, werden in Zukunft nur in geringen Stückzahlen als Ersatzteile gebraucht. Bereits jetzt schließen erste Firmen Standorte.
  • Es besteht eine starke Tendenz, Aktivitäten im Bereich E-Mobilität in Billiglohnländer zu verlagern oder dort neue Produktionslinien zu eröffnen.
  • Hinzu kommt der starke Konkurrenzdruck, denn China ist in der E-Mobilität weit fortgeschritten und auch Tesla sammelt mehr Erfahrungen.

Insgesamt sieht die Rechnung der Forscher so aus: Aktuell sorgt die Automobilindustrie für rund 834.000 Beschäftigte. Der Verzicht auf Verbrennungsmotoren vernichtet fast 234.000 Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung. Dafür entsteht ein Bedarf von rund 109.000 neuen Mitarbeitern bei der Entwicklung und der Produktion von Elektroantrieben. Die Experten gehen davon aus, dass 2030 E-Autos 66 Prozent der Gesamtproduktion ausmachen werden.

Welche Branchen sind noch von der Automobilkrise betroffen?

Für Unternehmer ist es lebenswichtig, sich anbahnende Krisen zu erkennen. Die Schwierigkeiten der Automobilindustrie und deren Zulieferbetriebe bleiben nicht auf diese beschränkt. Auch die Dienstleister und Lieferanten der Zulieferbetriebe sind betroffen und müssen sich nach neuen Aufträgen aus anderen Bereichen umsehen. Dazu kommt, dass viele Zulieferbetriebe, gerade in strukturschwachen Regionen, die einzigen großen Arbeitgeber sind. Brechen von 300.000 Stellen im Segment Zulieferung Tausende weg und schließen ganze Standorte, dann geraten Betriebe in der gesamten Region in Schwierigkeiten. Schließlich sinkt die Kaufkraft und viele Bewohner wandern auf der Suche nach Arbeitsplätzen ab.

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Wie Krisen frühzeitig erkennen und aktiv dagegen ‎angehen?‎

Der wichtigste Rat lautet: Behalten Sie Ihre Zahlen im Blick! Je später Sie eine Schieflage im Unternehmen bemerken, desto weniger Möglichkeiten bleiben, um gegenzusteuern. Daher vergleichen Sie regelmäßig die Plan- mit den Ist-Zahlen. So erkennen Sie Abweichungen frühzeitig und können die Gründe für die Minderleistung erforschen. Denn wenn Sie den Schwachpunkt identifizieren, können Sie Gegenmaßnahmen ergreifen.

Tipp: Können Sie die Probleme nicht selbst ermitteln oder sind Sie ratlos, wie Sie mit ihnen umgehen, dann wenden Sie sich an die IHK für München und Oberbayern. Wir sind Ansprechpartner für das Krisenbewältigungs-Zuschussprogramm „Round Table“ der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Krisen erkennen und Maßnahmen ergreifen

Je nach Ursache einer Unternehmenskrise gibt es verschiedene Stellschrauben, um die Situation zu verbessern. Wichtig ist, dass Sie sofort handeln, wenn Sie eine Krise erkennen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarten.

Einnahmen steigern

Die Einnahmen Ihres Betriebes lassen sich durch verschiedene Ansatzpunkte positiv beeinflussen. Dazu gehören Folgende:

  • Prüfen Sie, ob die Zielgruppe richtig definiert ist.
  • Das Marketingkonzept ist ebenfalls wichtig. Erkennen die Kunden den Nutzen Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung?
  • Vergleichen Sie die Angebote der Mitbewerber. Ist Ihres zu teuer?
  • Nutzen Sie die richtigen Marketingkanäle und erreicht die Werbung die sensiblen Empfänger?
  • Setzen Sie sich genügend für die Neukundenakquise ein?
  • Gibt es aussichtsreiche Vertriebskanäle, die Sie noch nicht nutzen?

Kosten senken

Stellen Sie Ihre Betriebskosten auf den Prüfstand. Können Sie an einigen Posten Einsparungen vornehmen? Wenn das nicht möglich ist, müssen Sie die Aufwendungen an die Kunden weitergeben.

Forderungsmanagement optimieren

Außenstände sind leicht als Verursacher einer Krise zu erkennen. Denn offene Rechnungen lassen Sie nicht nur auf den Gewinn warten; für den Einkauf und die Arbeitskraft sind Sie schließlich auch in Vorleistung gegangen. Folgendes Vorgehen vermeidet große Zahlungsrückstände:

  • Schreiben Sie Ihre Rechnungen zeitnah.
  • Führen Sie genau Buch und erinnern Sie bei Verzögerungen schriftlich und telefonisch. Scheuen Sie sich nicht, Mahnungen zu schreiben.
  • Vereinbaren Sie bei langfristigen Aufträgen Abschlagszahlungen: von einer Teilzahlung bei Auftragsannahme über Meilensteinzahlungen bei der schrittweisen Abarbeitung.
  • Verteilen Sie das Risiko und machen Sie sich nicht von nur wenigen Kunden abhängig.
  • Über Factoring können Sie noch nicht fällige Rechnungen an spezialisierte Finanzdienstleister verkaufen. Für 10 bis 20 Prozent der Rechnungssumme steigern Sie sofort die Liquidität. Zwar schmälert das Factoring den Gesamtgewinn, aber das Risiko eines Zahlungsausfalls geht komplett auf den Dienstleister über.
  • Informieren Sie sich bei Großaufträgen über die finanzielle Situation des Auftraggebers und sehen Sie Unternehmensregister ein. Zumindest die Bilanz sollten Sie prüfen.
  • Verteilen Sie Ihre Zahlungsausgänge strategisch und vereinbaren Sie bei finanziellen Engpässen, wenn möglich, Fristverlängerungen.

Krisen erkennen und Liquiditätsengpässe meistern

Wenn es finanziell eng wird, droht nicht automatisch die Insolvenz. Wichtig ist, dass Sie Ihre Möglichkeiten kennen und voll ausschöpfen. Denkbar sind unter anderem folgende Vorgehensweisen:

  • Versuchen Sie, weitere Kapitaleinlagen vorzunehmen oder Investoren für sich zu gewinnen.
  • Lassen sich Gegenstände aus dem Betrieb verkaufen? Eventuell ist auch „Sale and Lease Back“ eine Option: Sie verkaufen Teile der Betriebseinrichtung und mieten sie zurück. Das bringt sofortige Liquidität und Steuervorteile.
  • Sprechen Sie mit der Bank. Vielleicht lassen sich Tilgung und/oder Zinsen aussetzen. Es kann sinnvoll sein, ein Kontokorrentdarlehen („Dispo des Geschäftskontos“) in einen langfristigen Kredit mit niedrigeren Zinsen umzuwandeln.
  • Versuchen Sie, mit dem Finanzamt ein längeres Zahlungsziel für die Steuer zu vereinbaren.
  • Ein Liquiditätshilfedarlehen der KfW kann durch stürmische Zeiten helfen.

Tipp: Nutzen Sie das Beratungsprogramm „Turn around“ der KfW, um Wege aus der Krise zu finden.

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Welche Bundesländer sind stärker von der Krise ‎betroffen?‎

Die aktuelle schwächelnde Wirtschaftslage zeigt sich deutschlandweit ungleichmäßig verteilt. Besonders hart trifft es die industriell geprägten Bundesländer. In Rheinland-Pfalz schrumpfte die Wirtschaft 2019 um 0,9 Prozent, in Bremen und im Saarland um 0,4 Prozent. Baden-Württemberg erlebt eine Stagnation, hier schwächeln die großen Autokonzerne und mindern das Ergebnis der anderen Wirtschaftszweige. Der Freistaat dagegen liegt über dem deutschlandweiten Schnitt und kann immerhin ein Wachstum von 0,9 Prozent verzeichnen. Nur Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern erreichen bessere Werte.

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Welche Folgen hat die Rezession für Unternehmen?‎

Der wirtschaftliche Abschwung lässt sich leicht durch die Krisen erkennen, die aktuell viele Unternehmen betreffen. Während die anderen EU-Staaten ihr Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigern können, nimmt Deutschland mit einem BIP von -0,1 Prozent den Schlussplatz ein. Das verdeutlicht die Gefahren einer Konzentration auf den Export. Denn dieser ist um 8 Prozent eingebrochen, dem Handelskrieg zwischen den USA und China, der Brexit-Unsicherheit und der sich abkühlenden Weltwirtschaft sei Dank. Trotz guter Binnennachfrage und einem weiterhin robusten Arbeitsmarkt verlieren die Aktien der deutschen Unternehmen, und die Mehrzahl der DAX-Konzerne muss die Gewinnprognosen nach unten korrigieren.

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Wie sehen die Konsequenzen für den deutschen ‎Exportmarkt aus?‎

2019 war ein turbulentes Jahr für deutsche Unternehmen. Nach einem sehr schwachen ersten und zweiten Quartal stiegen die Exporte im dritten überraschend auf Rekordwerte. Der amerikanische Markt meldete plötzliche eine hohe Nachfrage an. Beruhigend ist das nicht. Denn die Auftragsbücher der Unternehmen sind für 2020 so schlecht gefüllt wie zuletzt vor zehn Jahren. Entsprechend trüb sind die Aussichten. Die Industrie leidet weiterhin unter einer Rezession, deren Folgen der Export nur abfedern, aber nicht komplett auffangen kann.

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Welche Auswirkungen hat der Brexit national und ‎international?‎

Noch sind die Folgen des Ausstiegs von Großbritannien aus der EU kaum abzusehen. Dabei haben die Auswirkungen des Brexits einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Wirtschaft und die Möglichkeit, damit zusammenhängende Krisen zu erkennen. Das Thema ist so komplex, dass wir Ihnen auf folgenden Seiten alles Wichtige zusammengefasst haben.

Mehr Infos zum Brexit

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Krisen erkennen als Selbstständiger und ‎Kleinunternehmer

Gründer und Kleinunternehmer sind stark durch Liquiditätsprobleme gefährdet, denn meist sind wenige Mitarbeiter oder gar nur eine Arbeitskraft vorhanden und die Rücklagen sind nicht sehr hoch. Für sie ist es unerlässlich, sich anbahnende Krisen frühzeitig zu erkennen.

Krisen erkennen und einschätzen

Es gibt sichere Anzeichen dafür, dass Sie dringend reagieren müssen, um Ihr Unternehmen zu erhalten.

  • Entwickelt sich bei Gründern die Auftragslage nicht erwartungsgemäß oder gehen bei Selbstständigen die Auftragszahl und das Auftragsvolumen zurück, ist es unumgänglich, sofort gegenzusteuern. Zwar unterliegen viele selbstständige Tätigkeiten jahreszeitbedingten Schwankungen, aber es ist wichtig, diese möglichst auszugleichen. Abzuwarten, obwohl Sie eine Krise erkennen, ist keine Lösung.
  • Nur wenn Sie rechtzeitig aktiv werden, schreibt Ihr Unternehmen keine roten Zahlen. Ist es so weit gekommen, schrumpfen Ihre Handlungsmöglichkeiten. Sie stehen stärker unter Erfolgsdruck und haben gleichzeitig weniger Möglichkeiten, liquide Mittel zu erhalten.
  • Sind Sie zahlungsunfähig, übernimmt der Insolvenzverwalter das Ruder. Je nach Lage wird dieser das Unternehmen abwickeln oder sanieren. Sie selbst können keinen Einfluss auf das Geschehen mehr nehmen.

Es ist möglich, frühzeitig Krisen zu erkennen

Langfristig erfolgreiche Unternehmer hinterfragen ihr Handeln permanent und prüfen ständig, ob es an einzelnen Punkten im Betrieb Probleme geben könnten. Sie haben verschiedene Krisenszenarien im Hinterkopf und bereits Pläne, wie sie diesen begegnen.

Dieses Vorgehen hat zwei Vorteile:

  • Die Sensibilität gegenüber den Schwachpunkten im eigenen Unternehmen lässt Sie Krisen erkennen, wenn diese gerade erst beginnen. Sie können sehr zeitnah eingreifen, bevor die Probleme wachsen.
  • Eine Unternehmenskrise lähmt Sie nicht, weil Sie bereits konkrete Handlungsoptionen ausgearbeitet haben. Das spart wertvolle Zeit ein.

Behalten Sie den Überblick

Damit Ihr Unternehmen nicht in die Krise schlittert, installieren Sie ein Frühwarnsystem. Beobachten Sie insbesondere folgende Punkte:

  • Ob Sie eine betriebswirtschaftliche Auswertung Ihres Steuerberaters nutzen oder einfach Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen: Behalten Sie Ihren Gewinn im Auge.
  • Schreiben Sie zeitnah Rechnungen und treiben Sie Außenstände konsequent ein. Moderne Software ermöglicht das automatische Erstellen von Zahlungserinnerungen und Mahnungen, wenn die Fristen verstrichen sind.
  • Installieren Sie ein Controlling für Ihr Marketing und beobachten Sie die Aktivitäten von Mitbewerbern.
  • Sollten sich trotzdem Schwierigkeiten auftun, verdrängen Sie diese nicht. Eine Krise zu erkennen und sich bei Bedarf Hilfe durch externe Berater zu holen, ist der erste Schritt zur Sanierung.


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Häufige Fragen rund um die Wirtschaftskrise