16.06.2017

Ausbildungsbereitschaft der Betriebe erreicht Rekordniveau

Gruppe von glücklichen Studenten mit Lehrer und Tablet Computer in der Universität
© © Robert Kneschke

Azubis sind in Bayern so gefragt wie selten zuvor, teilt der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) mit. Die Zahl der zur Vermittlung gemeldeten Lehrstellen ist aktuell um 2,8 Prozent gegenüber Ende Mai 2016 gestiegen. Derzeit sind das fast 95.000 im ganzen Freistaat, so die aktuelle Statistik der Arbeitsagentur.

Sasse: „Endspurt im Kampf um Azubis“ / Fast 95.000 Lehrstellen gemeldet

Damit setzt sich ein langjähriger Trend fort: Von 2009 bis 2016 war die Zahl der gemeldeten Lehrstellen in Bayern bereits um ein Viertel gestiegen. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Bewerber um eine Lehrstelle allerdings um 2,3 Prozent. Heuer kam es dagegen bislang zu einem kleinen Plus von 0,4 Prozent, auf bayernweit derzeit 72.089 Bewerber.

„Der Lehrstellenmarkt wird für die Betriebe jedes Jahr schwieriger – aufgrund der guten Konjunktur und des absehbaren Fachkräftemangels bieten die Firmen reichlich Lehrstellen an, aber der Nachwuchs reicht hinten und vorne nicht. Dazu kommt, dass es bei zu vielen Bewerbern Lücken bei der Ausbildungsreife gibt, zum Beispiel bei grundlegenden Deutsch- und Mathekenntnissen oder bei der Teamfähigkeit“, beklagt BIHK-Präsident Eberhard Sasse. „Den bislang erfolglosen Bewerbern für den Beginn des Ausbildungsjahrs im September stehen im Endspurt der Betriebe um die Azubis noch viele Türen offen. Viele Betriebe geben Schülern mit weniger guten Zeugnissen Chancen und bieten ausbildungsbegleitende Nachhilfe“, so Sasse weiter. „Schüler in den Abgangsklassen haben immer noch gute Karten, im September mit der Ausbildung durchzustarten. Als erster Schritt bietet sich zum Beispiel ein Schnupperpraktikum in den Sommerferien an“, ermutigt der BIHK-Präsident. Aktuell sind 43.309 Lehrstellen in Bayern unbesetzt, so die Arbeitsagenturstatistik. Dem stehen nur 29.032 unversorgte Bewerber gegenüber. Im Vorjahr waren in Bayern mehr als 12.000 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben.

Die Arbeitsagenturzahlen zur Ausbildung beziehen sich auf alle Zuständigkeitsbereiche. Davon ist der IHK-Bereich mit den Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er stand 2016 für 56,7 Prozent aller neugeschlossenen Ausbildungsverträge in Bayern. Danach folgen Handwerk (28,6 Prozent) und freie Berufe (9,9 Prozent).