07.06.2016

Oberbayerische Medienbranche verlangt bessere Standortpolitik

Die oberbayerische Medienwirtschaft kritisiert die Förderprogramme der bayerischen Staatsregierung als zu einseitig auf Industrie, IT und Start-Ups ausgerichtet. „Die stark technologiebezogene Förderlandschaft soll sich Kreativleistungen stärker öffnen“, heißt es in einem Positionspapier der IHK für München und Oberbayern. Eine Kernforderung der Medienwirtschaft ist, die von der Staatsregierung geplanten IT-Gründerzentren zu „Digitalisierungszentren“ zu erweitern. Diese sollen auch bereits bestehenden Verlagen, Werbeagenturen oder Medienhäusern offen stehen und ihnen bei digitalen Innovationen sowie der Vernetzung mit Start-Ups, anderen Wirtschaftszweigen und der Wissenschaft helfen.

Positionspapier Medien

Die Branche fordert ebenfalls eine zentrale Anlaufstelle für die Medienwirtschaft. Zu dieser könnte etwa die Medienstandort-Agentur des Freistaats, das MedienNetzwerk Bayern, ausgebaut werden. Diese Stelle müsse sich um ein besseres Marketing für den Medienstandort kümmern, um Neuansiedlungen zu fördern und das Abwandern von Firmen und Fachkräften zu verhindern. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, soll die Ausbildung in den Medienberufen gestärkt werden.

Das Positionspapier „Medienstandort Oberbayern“ wurde vom Arbeitskreis Medien der IHK München erarbeitet, in dem 45 Unternehmen aus allen Medienbereichen wie Presse, Rundfunk, Werbung, Games, Film, Verlag, Design, Werbung und Musikwirtschaft vertreten sind. Laut einer von IHK und der Europäischen Metropolregion München im Januar vorgelegten Studie steht die Kultur- und Kreativwirtschaft in der Region im europäischen Vergleich noch vor Amsterdam, Barcelona, Mailand oder Wien. Die Branche umfasst bayernweit rund 40.000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 30 Milliarden Euro.

Positionspapier Medien