07.03.2017

Wirtschaft verlangt zügige Weichenstellung bei Brenner-Nordzulauf

gueterzug

Als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet die IHK für München und Oberbayern die Ergebnisse des gestrigen Treffens mit Mandatsträgern, Bürgern und Deutscher Bahn. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte dabei in Rosenheim einen Neustart des Planungsdialoges zum Brenner-Nordzulauf zugesagt.

IHK-Präsident Sasse: „Bürgerdialog darf Trassenfindung nicht unverhältnismäßig verzögern“

„Die Notwendigkeit des Brennerbasistunnels mit einem kapazitätsstarken Nordzulauf steht für die bayerische Wirtschaft außer Frage. Es ist also begrüßenswert, wenn die Planungen im Inntal nun auf einer neuen Basis wieder in Angriff genommen werden. Den künftigen Zeitrahmen sehen wir allerdings sehr skeptisch. Wenn der Brennerbasistunnel 2026 in Betrieb geht, können wir uns keinen Flaschenhals auf bayerischer Seite leisten. Ein neues Dialogverfahren mit den Bürgern muss zügig vorangebracht werden, um das Projekt nicht weiter zu verzögern. Der Planungsprozess darf nicht ausufern“, fordert IHK-Präsident Eberhard Sasse.

Der neue Anlauf mit einem moderierten Bürgerdialog verschiebt die Realisierung einer zweigleisigen Zulaufstrecke wahrscheinlich bis nach 2035. Das wäre rund zehn Jahre nach Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels, obwohl Deutschland, Italien und Österreich bereits 1994 den Ausbau der Zulaufstrecken beschlossen haben. Auf österreichischer und italienischer Seite befinden sich diese Strecken bereits in konkreter Planung oder sind bereits fertiggestellt. Bei den Gütertransporten zwischen Deutschland nach Italien rechnet die IHK bis 2030 mit einem Anstieg von 66 Prozent. Dieses Wachstum ist mit der über 150 Jahre alten Schieneninfrastruktur im Inntal nicht zu bewältigen.