Pressemeldung vom 16.04.2020

Bayerische Wirtschaft sieht Hoffnungsschimmer in der Corona-Krise ‎

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Der von der Staatsregierung vorgestellte Corona-Fahrplan, der eine schrittweise Lockerung der getroffenen Einschränkungen vorsieht, gibt der Wirtschaft Anlass zu Hoffnung. „Die vorgeschlagenen Lockerungen sind ein erster wichtiger Schritt in Richtung Normalisierung des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens“, betont Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags e.V. (BIHK). Für Teile der Wirtschaft sei es erstmals wieder möglich zu planen, so Sasse. „Endlich sehen wir Licht am Ende des Tunnels“, sagt der BIHK-Präsident zuversichtlich.

Sasse: ‎‎„Zusätzliche Maßnahmen und Planungssicherheit für Hotellerie und Gastro erforderlich“‎

Vor allem die ab 20. bzw. 27. April geplante Wiedereröffnung einiger Bereiche des Einzelhandels sei laut Sasse gut und wichtig. Gerade die kleineren Betriebe brauchen dringend Einnahmen, um auf Dauer ihre Kosten stabil decken zu können. Die Begrenzung der Ladengröße auf 800 m² ist allerdings nicht nachvollziehbar, da Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln unabhängig von den Ladenflächen gewährleistet werden könnten. Außerdem sollte es größeren Handelsgeschäften wie in anderen Bundesländern möglich sein, Ladenflächen auf das zulässige Maß von 800 m² zu verkleinern, denn: „Weniger Geschäft ist immer noch besser als gar kein Geschäft“, so Sasse.

Für die Tausenden von Betrieben in Hotellerie und Gastronomie, im Event- und Cateringbereich, im Messe- und Veranstaltungsgeschäft wird es dagegen schwer, weitere Wochen ohne Geschäftstätigkeit zu überstehen. „Für diese Unternehmen müssen dringend zusätzliche Maßnahmen überlegt und getroffen werden. Anders werden wir diese Unternehmen nicht über die Zeit retten“, sagt der BIHK-Präsident.

Sasse versichert, dass die Wirtschaft äußerst verantwortungsvoll mit den Lockerungen umgehen wird. „Die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden steht für die Betriebe an erster Stelle. Die Unternehmen arbeiten bereits daran und erstellen im Rahmen ihrer Pandemieplanung die notwendigen Hygienekonzepte, damit sie bei Wiederaufnahme der betrieblichen Tätigkeit adäquat gerüstet sind“, versichert Sasse.

Grundsätzlich, so Sasse weiter, stimme das vom Freistaat verabschiedete Paket aus Sofort-/ Kredithilfen, Steuerstundungen und Bayernfonds. „Die Regierung hat unsere Sorgen sehr ernst genommen und reagiert. Kein anderes Bundesland kann solch einen starken Schutzschirm vorweisen. „Um die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise für die Unternehmen noch besser abzufedern, wird es jedoch zunehmend wichtiger, dass Soforthilfen sowie Kredite noch schneller fließen. Hierfür müssen bei der Bearbeitung die personellen Kapazitäten notfalls erhöht und das Online-Antragsverfahren optimiert werden“, sagt Sasse. Überlegt werden sollte zudem, ob noch zusätzliche Fördermaßnahmen für klassische Gründer-Unternehmer geboten sind.