Pressemeldung vom 09.03.2020

Coronavirus: Wirtschaft begrüßt Berliner Maßnahmenpaket

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Die bayerische Wirtschaft begrüßt die Beschlüsse der Großen Koalition, der Wirtschaft angesichts der Corona-Krise mit Erleichterungen bei der Kurzarbeit und mit Liquiditätshilfen unter die Arme zu greifen.

Gößl: „Hilfen müssen unverzüglich und unbürokratisch greifen“ / Steuerstundungen als Priorität

„Das beschlossene Paket greift wichtige Forderungen der Wirtschaft auf, so dass die herben Umsatzverluste vieler Betriebe im Hotel- und Gaststättenbereich, im Einzelhandel, in der Messewirtschaft und im Veranstaltungs- und Freizeitsektor sowie zunehmend auch in der Industrie abgefedert werden und nicht zu Entlassungen führen müssen“, sagt Manfred Gößl, Hauptgeschäfts­führer der IHK für München und Oberbayern.

Die Maßnahmen müssten nun unverzüglich und unbürokratisch umgesetzt werden. Entscheidend sei, die zugesagten Liquiditätshilfen im Laufe dieser Woche zu konkretisieren. „Oberste Priorität hat eine Stundung von Umsatz- und Ertragssteuern, die aus Gründen der Planungssicherheit und Fairness bis Ende Mai unter Verzicht auf die geltende Verzinsung von sechs Prozent gewährt werden sollte“, stellt Gößl heraus.

„Da sich die Coronavirus-Epidemie täglich tiefer in die Wirtschaft fräst, sind im nächsten Schritt deutliche Investitionsimpulse für die Betriebe nötig: Wir müssen die Krise als Weckruf nutzen, unseren Standort wieder fit für die Zeit nach Corona zu machen. Dazu muss die Politik Steuern und Strompreise auf ein international durchschnittliches Niveau senken sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren für die angekündigten Infrastrukturinvestitionen noch deutlich straffen und beschleunigen“, sagt Gößl.

Eine am Freitag veröffentlichte Umfrage der IHKs hatte ergeben, dass bei vielen Unternehmen durch Umsatzeinbrüche die Liquidität und damit auch Arbeitsplätze gefährdet sind. Über 80 Prozent der befragten Betriebe in Bayern erwarteten laut Umfrage in den kommenden Wochen Auswirkungen des Coronavirus auf ihre Geschäfte. Die Hälfte der Firmen rechnete mit teilweise zweistelligen Umsatzeinbußen fürs Geschäftsjahr 2020. Zwei Drittel der Unternehmen plädierten für staatliche Unterstützungsmaßnahmen.