08.10.2019

Wirtschaftsstandort Oberbayern: Gesamtnote „gut“ gehalten

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Die Betriebe in Oberbayern sind mit ihrem Standort unterm Strich zufrieden. In einer Umfrage der IHK für München und Oberbayern hat der Wirtschaftsraum die Gesamtnote 2,0 erhalten, unverändert zur vorherigen Umfrage vor zwei Jahren. Vier von fünf der Unternehmen bewerten den Standort als „sehr gut“ oder „gut“.

‎Engpässe bei Fachkräften und Wohnraum nehmen zu / Keine Besserung bei Breitband

Noch einmal für Oberbayern würden sich 86 Prozent der ansässigen Unternehmen entscheiden. Aller­dings sagt nun schon fast jedes dritte Unternehmen (31 Prozent), dass Standortmängel die Entwicklung beeinträchtigen. Vor vier Jahren gab das erst ein Viertel der Betriebe an.

"Ganz oben auf der Wunschliste der oberbayerischen Wirtschaft stehen nach wie vor mehr Fachkräfte, unternehmensfreundlichere Verwaltungen und kürzere Genehmigungs­verfahren", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. Besonders schlecht bewerten die Unternehmen die mangelnde Anbindung an den Schienengüterverkehr, die hohen Preise von Gewerbeflächen sowie den fehlenden erschwinglichen Wohnraum für ihre Mitarbeiter.

Als Stärken Oberbayerns werden gute Fernstraßenverbindungen, loyale und motivierte Mitarbeiter sowie die derzeit noch relativ gute Energieversorgung genannt. Bei der Breitbandversorgung spüren die Unternehmen keine Besserung – hier gab es wie bei der vorherigen Umfrage 2017 nur die Note 2,8 für den Regierungsbezirk.

"Oberbayern ist im Mix aller Faktoren ein Top-Standort, der Unternehmen auch im inter­nationalen Vergleich hervorragende Bedingungen bietet", kommentiert Gößl. "Mehr als ein Viertel der Betriebe plant in den nächsten drei Jahren Betriebserweiterungen oder umfangreiche Investitionen. Das ist in Zeiten der konjunkturellen Abschwächung ein sehr starkes Zeichen", so Gößl. "Allerdings wird der Wettbewerb um Fachkräfte und Gewerbeflächen immer intensiver – der Handlungsdruck steigt", so der IHK-Chef. In 19 der 23 kreisfreien Städte und Landkreise Oberbayerns zählen die Unternehmen Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel zu den drei Top-Themen. Dass Landratsämter und Rathäuser noch wirtschaftsfreundlicher werden sollen, findet sich in 20 der 23 Gebietseinheiten Oberbayerns ganz oben auf der Prioritätenliste.

An der IHK-Standortumfrage 2019 zu insgesamt 44 Standortfaktoren von Straßeninfrastruktur bis Freizeitangebot nahmen knapp 3.000 oberbayerische Unternehmen teil.