30.08.2019

Ausbildungsstart für 48.178 Jugendliche in IHK-Berufen

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Anfang September treten 48.178 Jugendliche in Bayern eine Ausbildung in IHK-Berufen an, teilt der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist die Zahl mit einem Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert.

BIHK-Präsident Sasse: „In jedem dritten Ausbildungsbetrieb bleiben Lehrstellen unbesetzt“

„Die Entwicklung ist stabil, weil unsere Betriebe angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels alle Register ziehen, um ihre Lehrstellen zu besetzen und um selbst ihren Nachwuchs ausbilden zu können“, sagt BIHK-Präsident Eberhard Sasse. In Oberbayern treten 14.988 Jugendliche in Oberbayern eine Ausbildung in IHK-Berufen an, ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dennoch haben die Unternehmen im Freistaat auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. In einer aktuellen BIHK-Umfrage gaben 36 Prozent der Betriebe an, dass Ausbildungsplätze frei geblieben sind. Hauptgründe sind, dass den Unternehmen keine oder keine geeigneten Bewerbungen vorlagen.

Aktuell sind noch 32.978 Lehrstellen im Freistaat unbesetzt, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Lehrstellen im Handwerk und in den freien Berufen erfasst. Demnach hat sich für 30,4 Prozent der seit Jahresbeginn gemeldeten Ausbildungsplätze noch kein Azubi gefunden. Den freien Stellen stehen nur noch 9.568 als unversorgt gemeldete Bewerber gegenüber. Sasse ermutigt deswegen bislang erfolglose Schulabgänger, weiter ihre Chance zu suchen.

Der BIHK-Präsident unterstreicht die guten Karriereaussichten nach einer Lehre und die hohe Qualität der Ausbildung in Bayern. „Die äußerst geringe Jugendarbeitslosigkeit zeigt im Vergleich zu anderen Ländern die gewaltigen Vorteile des dualen Systems der Ausbildung in unseren Unternehmen und Berufsschulen“, sagt Sasse. „Umso mehr müssen wir diese Vorteile herausstellen und dafür sorgen, dass alle ausbildungswilligen Jugendlichen in Zusammenarbeit mit Schulen, Eltern und Betrieben zu einer Ausbildung befähigt werden und keiner zurückgelassen wird.“

BIHK-Präsident Sasse betont, dass die Azubis im Freistaat mit der betrieblichen Ausbildung unterm Strich sehr zufrieden sind. Laut einer erstmals vom BIHK im Frühsommer durchgeführten Umfrage unter allen Auszubildenden im IHK-Bereich geben die Jugendlichen auf einer Skala von Eins bis Fünf ihren Ausbildungsbetrieben im Schnitt eine glatte Zwei. Als Basis fürs weitere Berufsleben bewerten die Azubis ihre Ausbildung sogar mit einer Zwei plus.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Freistaat sind Einzelhandelskaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Verkäufer, Industriekaufleute und Fachinformatiker. Insgesamt absolvieren in Bayern Jugendliche eine Lehre in mehr als 200 verschiedenen IHK-Berufen.

Auch 1.099 Flüchtlinge gehören zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Insgesamt sind damit im Freistaat knapp 5.000 Flüchtlinge in einer IHK-Ausbildung (Stand jeweils Ende Juni 2019). „Die Integration der Flüchtlinge macht große Fortschritte, auch wenn Sprachprobleme und stellenweise auch rechtliche Hürden nach wie vor große Stolpersteine sein können. Immer mehr Betriebe sehen in den Flüchtlingen zukünftiges Fachkräftepotenzial“, sagt Sasse. Laut einer BIHK-Umfrage geben mittlerweile fast die Hälfte der befragten Betriebe an, dass Flüchtlinge für eine Ausbildung im Unternehmen geeignet seien – vor einem Jahr sagte das erst ein knappes Drittel. Fast zwei Drittel der befragten Betriebe wollen in Zukunft Geflüchtete ausbilden oder beschäftigen.

Insgesamt bilden im Freistaat aktuell 29.339 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind noch unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.