18.07.2019

Azubis händeringend gesucht – Bewerberlücke auf Allzeithoch ‎

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Für die bayerische Wirtschaft ist es auch dieses Jahr eine große Herausforderung, ihre Ausbildungsplätze mit ausreichend Azubis zu besetzen. Wenige Wochen vor Start des neuen Ausbildungsjahres sind laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch immer über 45.000 Lehrstellen in Bayern unbesetzt. Ihnen stehen mehr als 21.000 unversorgte Schulabgänger gegenüber. Bei einer Lücke von 24.000 fehlenden Bewerbern ist nach Angaben des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) damit zu rechnen, dass 2019 erneut eine Rekordzahl an Ausbildungsplätzen im Freistaat nicht besetzt werden kann.

Noch über 45.000 freie Ausbildungsplätze in Bayern ‎

„Um dem Fachkräftemangel in unserem leergefegten Arbeitsmarkt die Stirn zu bieten, bilden immer mehr Betriebe ihren Nachwuchs selber aus. Mit 104.000 Lehrstellen ist das Angebot an attraktiven Ausbildungsplätzen heuer so groß wie nie zuvor“, sagt BIHK-Präsident Eberhard Sasse. „Mit einer Berufsausbildung stehen Bayerns Schulabgängern alle Türen zu einer spannenden und erfüllenden beruflichen Zukunft offen. Eltern und Schülern rate ich daher, diese Chance zu ergreifen. Für all jene, die bislang noch keinen Erfolg mit ihrer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz hatten, gilt es jetzt, dranzubleiben und sich weiter zu bewerben. Sie haben noch beste Karten, um im September mit einer Ausbildung durchzustarten“, ermutigt der BIHK-Präsident.

Sasse erklärt außerdem, dass eine Berufsausbildung nicht nur jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven biete. „Egal in welchem Alter oder Lebensabschnitt, eine duale Berufsausbildung ermöglicht immer einen ausgezeichneten beruflichen Neustart. Wir leben in einer Zeit voller Veränderungen und Umbrüche, die von uns zunehmend die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen einfordert. Beruflich neu anzufangen, ist daher keine Frage des Alters, sondern des Mutes, der Neugierde und des Willens“, so Sasse.

Sasse appelliert auch an die Politik, sich noch stärker für eine ausgewogene Balance zwischen dem beruflichen und akademischen Bildungsweg einzusetzen. „Zwar sank 2018 die Zahl der Studienanfänger bei gleichzeitigem Azubi-Plus in Bayerns Betrieben, aber das Umdenken in der Gesellschaft verbunden mit mehr Wertschätzung gegenüber der beruflichen Ausbildung hat erst begonnen.“

Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Davon ist der IHK-Bereich in Bayern mit knapp 140.000 Azubis in rund 31.000 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen Handwerk und freie Berufe.