04.07.2019

Wirtschaft begrüßt Entwicklung beim Brenner-Nordzulauf

gueterzug

Oberbayerns Wirtschaft begrüßt die Veröffentlichung der Grobtrassen-Vorschläge zum Brenner-Nordzulauf. „Es ist gut, dass die Planungen für den Nordzulauf nun endlich konkreter werden. Die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate haben mehr als deutlich gezeigt, dass die Zukunft der Mobilität und des Güterverkehrs auf der Brennerstrecke nur auf der Schiene und in der grenzübergreifenden Zusammenarbeit liegen können“, erklärt Georg Dettendorfer, Vizepräsident der IHK für München und Oberbayern.

Dettendorfer: „Zukunft der Mobilität im Brennerverkehr kann nur auf der Schiene liegen“‎

Für den Nußdorfer Speditionsunternehmer spielt der Nordzulauf eine zentrale Rolle, um mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern. „Der Güterverkehr zwischen Italien und Deutschland wird auch in den kommenden Jahren deutlich anwachsen. Zwei zusätzliche Gleise sind angesichts sinkender Kapazitäten auf der Bestandsstrecke also absolut notwendig. Ein Flaschenhals an der Grenze zu Österreich ist für den Standort Bayern und seine exportstarken Betriebe keine Perspektive und muss vermieden werden“. Laut DB Netz fahren auf der Bestandsstrecke zwischen Rosenheim und Kufstein derzeit durchschnittlich knapp 200 Züge pro Tag, die wirtschaftlich nutzbare Streckenauslastung liegt bei rund 240 Zügen. Nach Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels rechnet die Bahn hingegen mit täglich bis zu 400 Zügen.

Die IHK spricht sich deshalb für mehr Tempo im weiteren Verfahren aus. „Je zügiger das Projekt nun weiter vorankommt, desto besser ist es für Bürger und Unternehmen“, ist der IHK-Vizepräsident überzeugt. Er begrüßt ausdrücklich, dass alle fünf Trassenvarianten untertunnelte Bereiche vorsehen. „Eine unterirdische Streckenführung ist entscheidend für die Akzeptanz des Vorhabens in der Region. Österreich hat es auf Tiroler Seite bereits vorgemacht“, so Dettendorfer.

Alle neun bayerischen IHKs sprechen sich für den Bau des Nordzulaufs aus. Die Vollversammlung der IHK für München und Oberbayern hat darüber hinaus im März in einem Positionspapier die Vor- und Nachteile des Projekts aus volkswirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht sowie unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit abgewogen und sich im Ergebnis einstimmig für den Bau von zwei zusätzlichen Gleisen für den Brenner-Nordzulauf ausgesprochen. Das Positionspapier ist online unter ihk-muenchen.de/de/Wirtschaftsstandort/Infrastruktur/Verkehr/Brenner-Basistunnel verfügbar.