23.05.2019

IHK-Stellungnahme zum Artikel "Man spricht nicht Deutsch", DIE WELT vom 22. Mai 2019

ausbildung

In der Ausgabe der "WELT" vom 22. Mai 2019 ist auf Seite 2 die "Handelskammer für München und Oberbayern" mit der Aussage zitiert: "Laut Handels­kammer München und Oberbayern hatten 70 Prozent der Azubis aus Syrien, Afghanistan und dem Irak eine 2013 begonnene Lehre vor Ablauf des zweiten Lehrjahres bereits wieder abgebrochen."

Richtigstellung zur Auflösungsquote von Ausbildungsverträgen mit Flüchtlingen

Dazu stellt die IHK für München und Oberbayern fest: Diese Aussage hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern nie getroffen. Außerdem ist sie falsch. Im Bereich der IHK München waren im Jahr 2013 insgesamt 216 Personen aus den genannten Ländern in Ausbildung. Diese Zahl ist bis Ende 2018 durch intensive Integrationsbemühungen der Betriebe auf 1.044 gestiegen.

Wahr ist, dass die Auflösungsquote von Ausbildungsverträgen mit Flüchtlingen mit rund 30 Prozent über dem Durchschnitt aller Auszubildenden (ca. 20 Prozent) liegt. Dies ist allerdings keine Überraschung, da Flüchtlinge bezüglich schulischer Vorbildung, Niveau der Deutschkenntnisse sowie sozialer Situation oftmals gleich mehrere Faktoren mitbringen, die allgemein das Risiko eines Ausbildungsabbruchs erhöhen würden – auch bei Auszubildenden ohne Fluchthintergrund.

Umso wichtiger ist es für uns, dass alle Betriebe und Auszubildenden dabei unterstützt werden, möglichst jeden Ausbildungsvertrag zum Erfolg zu führen. Die IHK München dankt an dieser Stelle allen Partnern, Betrieben, Berufsschulen und Ehrenamtlichen, die tagtäglich mit ihrem Engagement in der Ausbildung ein Signal für gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen. Viele eindrucksvolle Erfolgsbeispiele bestärken uns darin, über die berufliche Bildung allen Jugendlichen unabhängig von ihrem Hintergrund ein perspektivenreiches Leben auf eigenständigen Füßen zu ermöglichen und damit auch unseren Betrieben den händeringend gesuchten Fachkräftenachwuchs zu sichern.