08.04.2019

IHK: Trauerspiel um Sonntagsöffnungen beenden

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Im Vorfeld der morgigen Sitzung des Kreisverwaltungsausschusses zum Souvenirverkauf an Sonntagen in der Landeshauptstadt fordert die IHK eine pragmatische Öffnungslösung.

Sasse: „Münchens Gäste sollen sonntags nicht vor verschlossenen Türen stehen“‎

„München ist ein beliebtes Ziel für in- und ausländische Gäste, die aber beim Souvenirkauf in der Innenstadt an Sonntagen vor verschlossenen Türen stehen. Das ist auch im Vergleich mit anderen Tourismusorten nicht mehr zeitgemäß“, kritisiert IHK-Präsident Eberhard Sasse.

Sasse verweist auf deutlich großzügigere Regelungen in angrenzenden Regionen. So habe Österreich beim Ladenschluss Ausnahmeregelungen für alle Tourismusorte geschaffen. In der Salzburger Altstadt dürfen beispielsweise Läden mit Reisebedarf, Lebensmitteln, Andenken und Kunstgegenständen im Angebot bis zu vier Stunden öffnen. In Innsbruck und vielen Saisontourismusorten sind ähnliche Regeln in Kraft. Auch im deutschen Vergleich sei München deutlich im Hintertreffen. Selbst in Nürnberg und Regensburg genießen die Händler größere Freiheiten. In Heidelberg dürfen Läden mit touristischem Sortiment an Sonntagen bis zu acht Stunden öffnen. Berlin vermarktet sich erfolgreich als Shopping-Paradies, in dem von Montag bis Samstag praktisch keine gesetzlichen Regelungen zu berücksichtigen sind. Zahlreiche verkaufsoffene Sonntage und Einkaufszentren an Bahnhöfen sorgen auch am siebten Tag der Woche für ein attraktives Angebot für Touristen. Auch in Hamburg gelten Sonntags-Ausnahmeregeln für viele touristisch relevante Stadtgebiete. Aufgrund der Reeperbahn-Regelung können Läden im Stadtteil St. Pauli sonntags sogar von 10 bis 24 Uhr öffnen.

Die IHK für München und Oberbayern fordert schon länger ein bayerisches Ladenschluss­gesetz, das die Ausnahmen für Sonntagsöffnungen im Einzelhandel einfacher regelt und die Schutzwürdigkeit von Sonn- und Feiertagen im Vergleich zu anderen Branchen angemessen berücksichtigt. Bayern hat bislang als einziges Bundesland darauf verzichtet, eigene Regeln für die Ladenöffnungszeiten zu formulieren.