27.03.2019

Aiwanger kündigt Vorstoß bei Sonntagsöffnungszeiten an

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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will sich in Gesprächen mit ‎Wirtschaft, Kirchen und Gewerkschaften für mehr verkaufsoffene Sonntage in Bayern ‎einsetzen. Dies kündigte Aiwanger vor der Vollversammlung der IHK für München und ‎Oberbayern an. ‎

Erster Besuch des Wirtschaftsministers bei Vollversammlung der IHK München

‎Insbesondere will der Wirtschaftsminister dafür sorgen, dass mindestens drei ‎verkaufsoffene Sonntage pro Jahr unbürokratisch ohne den bislang gesetzlich geforderten ‎Anlass, etwa ein Stadtfest, erlaubt sind. Mehr Sonntagsöffnungen sollen auch dem ‎stationären Handel Rückenwind im Kampf gegen die Online-Konkurrenz geben, so ‎Aiwanger.‎

Der Wirtschaftsminister stellte fest, dass die konjunkturellen Sorgen zunähmen und die ‎lange Phase der wirtschaftlichen Erfolge zu Ende gehe. In der Wirtschaft mache sich ‎Investitionszurückhaltung breit und selbst Großunternehmen würden zu stottern beginnen. ‎Aiwanger forderte deswegen mit Blick auf die anstehende Europawahl ein starkes Europa, ‎das den großen Wirtschaftsmächten China und USA die Stirn bieten könne. So sei in der ‎EU eine Harmonisierung bei den Unternehmenssteuern sinnvoll. Beim Brexit erwartet der ‎Wirtschaftsminister ein zweites Referendum in Großbritannien. Auf einer Schottland-Reise ‎will er demnächst britische Unternehmen zur Verlagerung nach Bayern ermutigen. ‎

Aiwanger versprach, sich zur Standortsicherung in Bayern für eine massive Forschungs‎förderung und niedrigere Industriestrompreise einzusetzen. Für die Energiewende seien ‎zudem grundlastfähige Gaskraftwerke im Freistaat notwendig.‎

Bei ihrer turnusmäßigen Frühjahrssitzung verabschiedete die IHK-Vollversammlung zudem ‎mehrere Positionspapiere, in denen sie unter anderem mehr Flexibilität im Arbeitsrecht und ‎die rasche Umsetzung des Nordzulaufs für den Brennerbasistunnel fordert.‎

Die IHK für München und Oberbayern ist die gesetzliche Vertretung von rund 390.000 ‎Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Die Aufgabe der IHK ist ‎es, das Gesamtinteresse der Gewerbetreibenden wahrzunehmen, für die Förderung der ‎gewerblichen Wirtschaft zu wirken und dabei die Interessen einzelner Gewerbezweige oder ‎Betriebe abwägend und ausgleichend zu berücksichtigen.‎