07.12.2018

DSGVO: Entwarnung bei Weihnachtskarten

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Mehr als sechs Monate nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sind viele Unternehmen weiterhin verunsichert. Aktuellstes Beispiel ist die Frage, welche Voraussetzungen für den Versand von Weihnachtskarten an Geschäfts­partner und Kunden erfüllt sein müssen.

Versand per Brief an Kunden und Geschäftspartner im Normalfall rechtens

„Jede Verarbeitung personenbezogener Daten, darunter auch Adressen, benötigt eine Rechtsgrundlage“, sagt Rita Bottler, Datenschutz­beauftragte der IHK für München und Oberbayern. Wenn Unternehmen eine bestehende Beziehung zu Kunden und Geschäftspartnern mit Grußkarten pflegen, dann stelle dies ein berechtigtes Interesse im Sinne der DSGVO dar.

Zusätzlich müsse das Unternehmen aber zum Beispiel bei Vertragsabschluss informieren, für welche Zwecke gespeicherte Kontaktdaten verwendet werden sollen. Dort muss etwa der Versand von Gruß- und Geburtstagskarten genannt sein. Eine jederzeitige Wider­spruchsmöglichkeit muss eingeräumt werden. Für den elektronischen Massenversand gelten teilweise noch strengere Regeln. „Jedoch dürfen Unternehmen ihren Kunden auch Weihnachtsgrüße per Email oder SMS senden, wenn diese vorab informiert wurden und der Kunde vorab nicht widersprochen hat“, informiert Bottler.

Die IHK-Datenschutzbeauftragte weist darauf hin, dass rechtliche Unsicherheiten bestehen, solange keine Entscheidungen der Datenschutzbehörden zu konkreten Praxisfällen vorliegen. Viele Betriebe hätten trotz redlicher Bemühungen keine Gewissheit, dass sie die DSGVO im Unternehmensalltag richtig umsetzen, kritisiert die IHK.