17.07.2018

Bayerische Wirtschaft: Sachliche Debatte über Flächennutzung weiter nötig

Nach dem Stopp des Volksbegehrens zur Flächennutzung hält der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) eine sachliche und faktenbasierte Debatte weiter für notwendig.

Driessen: „Gewerbe, Industrie und Handel belegen nur ein Prozent der Fläche Bayerns“‎

Flächennutzung in Bayern
© imago

„Die wichtige und komplexe Frage, wie wir das stete Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in Bayern unterbringen, wird uns nach wie vor beschäftigen. Von allen möglichen Lösungen für den sorgsamen und effizienten Umgang mit Flächen wäre eine Obergrenze allerdings mit Abstand die schlechteste gewesen“, sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen.

„Die Wirtschaft setzt sich auch unabhängig von Volksbegehren für mehr Effizienz in der Flächennutzung ein“, so der BIHK-Chef. Als Wege zu nennen seien Baulückenkataster, die maßvolle Verdichtung, die Revitalisierung von Brachflächen sowie die engere Zusammenarbeit benachbarter Gemeinden beim Flächenmanagement. Die Wirtschaft begrüßt auch die Pläne der Staatsregierung für eine Entsiegelungsprämie und die Förderung von innerörtlicher Flächenentwicklung.

„Das von den Initiatoren des Volksbegehrens aufgebaute Schreckensszenario vom sogenannten Flächenfraß hatte ohnehin nichts mit der Realität zu tun: 88 Prozent der Fläche des Freistaats sind Wälder, Äcker, Naturland und Gewässer“, so der BIHK-Chef. Dagegen nehmen Gewerbe, Industrie und Handel nur ein Prozent der Gesamtfläche in Anspruch. Einen deutlich größeren Anteil hat mit drei Prozent der Wohnbau. „Zusätzlich ist festzuhalten: Die Siedlungsfläche ist zu mehr als der Hälfte unbebaut, weil Gewerbe-, Wohn- und Verkehrsflächen auch Parks, Grünstreifen und Außenflächen enthalten. Eine Betonflut sähe anders aus“, so Driessen. Der BIHK-Chef bekräftigte, dass die Betriebe angesichts des starken Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre äußerst sparsam mit Flächen umgehen. Das Flächen-Plus sei zwischen 2011 und 2015 bei der Wohnbebauung mit 2,7 Prozent deutlich größer als bei Gewerbeflächen (plus 0,7 Prozent) ausgefallen.

Der BIHK hat zum Thema die Broschüre„Standortfaktor Fläche – Flächennutzung in Bayern“veröffentlicht, die online unter www.bihk.de erhältlich ist.