13.04.2018

IHK unterstützt Test von Elektro-Lastenfahrrädern

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Werden Elektro-Lastenfahrräder den städtischen Liefer- und Wirtschafts­verkehr revolutionieren? In dem Pilotprojekt „Ich entlaste Städte“ können nun erstmals oberbayerische Unternehmen kostengünstig den Langzeit-Praxiseinsatz von Lasten­fahrrädern im alltäglichen Betriebsablauf testen.

Mehr als 60 Unternehmen und Gewerbetreibende zeigen Interesse an Pilotprojekt‎

München – Werden Elektro-Lastenfahrräder den städtischen Liefer- und Wirtschafts­verkehr revolutionieren? In dem Pilotprojekt „Ich entlaste Städte“ können nun erstmals oberbayerische Unternehmen kostengünstig den Langzeit-Praxiseinsatz von Lasten­fahrrädern im alltäglichen Betriebsablauf testen. Mehr als 60 Betriebe informierten sich gestern bei einer Testveranstaltung im Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe über die Vorteile von Lastenfahrrädern. Nach erfolgreicher Bewer­bung zahlen die Teil­nehmer für die Testdauer von bis zu vier Monaten lediglich eine Nutzungspauschale von 1 Euro pro Tag. Im Gegenzug verpflichten sie sich, die Fahrten des Lastenrads mit einer Projekt-App aufzuzeichnen und Fragebögen auszufüllen. So wollen die Organisatoren Rückschlüsse über die Nutzung und weitere Potenziale ziehen.

„Die IHK unterstützt das Projekt, weil Lastenräder vor allem im Stadtgebiet auf der ‚letzten Meile‘ ihre Vorteile ausspielen können“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäfts­führer der IHK für München und Oberbayern. „Wo das Verkehrsaufkommen am höchsten und Parkplätze rar sind, erreichen Lastenräder schnell ihren Zielort. Fahrräder sind in der Routenwahl flexibler, da sie auch Wege nutzen können, die für den motorisierten Verkehr gesperrt sind“, so Driessen weiter.

Damit können Lastenfahrräder auch einen Beitrag zu geringeren Schadstoffemissionen in den Innenstädten leisten. Die Räder eignen sich laut IHK besonders für Kleingewerbe­treibende, Dienstleister oder Kurierdienste, die kleinvolumige und leichte Waren oder Arbeitsmaterialien über kurze Strecken transportieren. Überdies zeichnen sich Lasten­fahrräder durch geringere Anschaffungs- und Betriebskosten als herkömmliche Kraftfahrzeuge aus.

Bewerbungen sind unabhängig von der heutigen Auftaktveranstaltung in München bis zum Ende der Projektlaufzeit Mitte 2019 unter www.lastenradtest.de möglich. Bundesweit stehen für das Projekt 150 Testräder in 17 verschiedenen Modellaus­führungen zur Verfügung, darunter Dreiräder, einspurige so genannte „Long Johns“ mit verlängertem Radstand und einer Ladefläche vor dem Lenker, oder Schwertransporter mit einer Nutzlast von bis zu 300 Kilogramm.

Der Pilot wird vom Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) koordiniert und gemeinsam mit Kommunen, IHKs, Lastenradherstellern sowie weiteren Wirtschaftspartnern gestaltet. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit fördert das Vorhaben im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).

Bildunterschrift: Bei der Vorstellung der Aktion „Ich entlaste Städte“ am 12. April 2018 im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München: (v.l.n.r.) Dr. Uwe Hera, Sachgebietsleiter Elektromobilität bei der Landeshauptstadt München, Kerstin Swoboda, Verkehrsreferentin der IHK für München und Oberbayern, Dr. Bettina Gundler, Leiterin des Verkehrszentrums des Deutschen Museums, und Johannes Gruber, Projektleiter beim Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR). © Deutsches Museum