15.02.2018

Wirtschaft sichert Bayern Spitzenplatz bei Forschung und Entwicklung

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Für die bayerische Wirtschaft werden Innovationen immer wichtiger. Die Betriebe haben ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung seit 1995 mehr als verdoppelt.

BIHK sieht Nachholbedarf bei Hochschulen, staatlicher Forschung und im Mittelstand

Mit 13,4 Milliarden Euro bestreitet die Wirtschaft mehr als drei Viertel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) im Freistaat. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) hervor. Bundesweit festigt Bayern seinen Spitzenplatz bei der Innovationskraft. Mit einem Anteil der Forschungsausgaben von 3,17 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt Bayern auf Platz 2 in Deutschland. Nur in Baden-Württemberg ist die FuE-Quote höher.

„Es ist der starken bayerischen Wirtschaft zu verdanken, dass der Freistaat zu den wichtigsten Forschungsregionen Europas und der Welt zählt“, sagt BIHK-Präsident Eberhard Sasse. Die Automobilindustrie und Elektrotechnikbranche geben im Freistaat am meisten für Forschung aus. Sasse bemängelt, dass die Aufwendungen staatlicher Forschungseinrichtungen und Hochschulen in Bayern – gemessen am Anteil des Brutto­inlandsprodukts – sinken und unter dem Bundesdurchschnitt liegen. „Nimmt man die Wirtschaftsleistung als Verteilungsmaßstab, dann müsste Bayern jährlich 2,5 Milliarden Euro an Forschungsgeldern aus Bundesmitteln bekommen. Das sind 600 Millionen Euro mehr als es derzeit der Fall ist“, so der BIHK-Präsident. Die Zahlen in der BIHK-Studie beziehen sich auf die aktuellsten Statistiken aus dem Jahr 2015.

Sasse befürchtet auch, dass nicht nur der Mittelstand in Bayern bei Innovationen und bei der Digitalisierung abgehängt wird, sondern dass selbst die großen Unternehmen international zurückfallen. Deswegen begrüßt der BIHK die Pläne zur Forschungsförderung im Koalitionsvertrag und mahnt die schnelle Einführung der steuerlichen FuE-Förderung an. Zudem müsse Bayern das im Koalitionsvertrag genannte Ziel einer FuE-Quote von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung bis 2015 deutlich früher anstreben, um der wachsenden internationalen Konkurrenz zu begegnen. „Unter den zehn weltweit größten Tech-Unternehmen findet sich kein bayerischer Name. Wir brauchen neben der besseren Forschungsförderung auch dringend deutlich bessere Rahmenbedingungen für Wagniskapital und Start-Ups in Deutschland. Nur so werden aus bayerischen Innovationen auch weiß-blaue Erfolgsgeschichten und starke Wachstumsunternehmen hier bei uns am Standort“, sagt der BIHK-Präsident.