01.02.2018

Erneut weniger Azubis in Münchner Betrieben

Businessman showing statistics to his colleague
© domoyega / thinkstock

Zum sechsten Mal in Folge haben die Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in München weniger Azubi-Nachwuchs als im Vorjahr gefunden. Für das abgelaufene Jahr 2017 verzeichnet die IHK für München und Oberbayern insgesamt 5.904 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in der Landeshauptstadt, ein Minus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2011 stellten die Betriebe noch über 6.600 Lehrlinge ein. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe ging ebenfalls leicht auf 3.094 zurück. Wie im Vorjahr blieben dennoch über 1.100 Lehrstellen mangels Bewerber unbesetzt, so die Zahlen der Arbeitsagentur.

IHK-Bilanz 2017: Sechster Rückgang in Folge / 5.904 neue Lehrverträge

„Die Betriebe bemühen sich, den Trend zur Akademisierung umzukehren. Sie kämpfen praktisch um jeden Azubi“, kommentiert IHK-Präsident Eberhard Sasse. Der IHK-Präsident fordert: „Wir alle müssen uns jetzt noch mehr auf die Ausbildung als bestes Sprungbrett in die Karriere zurückbesinnen. Das betrifft nicht nur Schüler, Eltern und Lehrer, sondern auch die Bildungspolitik. Die Berufsbildung ist einer der wichtigsten Grundpfeiler unserer wirtschaftlichen Stärke.“ Dafür haben die IHK und Partner wie das Bayerische Wirtschaftsministerium in den vergangenen Jahren auch Kampagnen wie ‚Elternstolz‘ oder die ‚Woche der Ausbildung‘ ins Leben gerufen, die heuer am 26. Februar startet.

Vor allem die Flüchtlinge geben der Ausbildung derzeit einen Schub. 2017 traten in München 570 Jugendliche aus fluchtwahrscheinlichen Ländern eine Lehre an. „Ohne Flüchtlinge und Einwanderer wäre die Ausbildungsbilanz mit einem dicken Minus äußerst besorgniserregend ausgefallen. Sie sind eine wichtige Stütze“, sagt Sasse. Bei den Top-IHK-Lehrberufen führen in der Landeshauptstadt die Einzelhandelskaufleute vor den Kaufleuten für Büromanagement und den Verkäufern. Es folgen Hotelfachleute und Fachinformatiker für Systemintegration. Bei Mädchen liegt die Kauffrau für Büromanagement an der Spitze, bei Buben der Einzelhandelskauf­mann. Insgesamt wurden Neuverträge in 138 verschiedenen Berufen abgeschlossen.