04.11.2019 - Dachau - Ebersberg - Erding-Freising - Fürstenfeldbruck - Landkreis München - Landsberg - Starnberg

IHK-Konjunkturumfrage: Weiterhin trübe Aussichten für die Wirtschaft ‎

Die Stimmung der Wirtschaft in der Region München hat sich erneut verschlechtert. In der aktuellen Herbstumfrage der IHK für München und Oberbayern liegt der Konjunkturindex für die Region bei 112 Punkten. Damit ist er gegenüber dem Frühjahr um weitere elf Zähler gefallen und erreicht seinen niedrigsten Wert seit 2010. Der Index liegt nun klar unter seinem langjährigen Durchschnitt von 123 Punkten.

Heinz: „Internationale Wettbewerbsfähigkeit mit niedrigeren Steuern stärken“ ‎

Die in der Stadt München sowie in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, München und Starnberg befragten Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage deutlich weniger zufrieden als im Frühjahr. Der Saldo aus positiven und negativen Lageurteilen sinkt von 39 auf 32 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit vier Jahren. Nur noch 43 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“, elf Prozent hingegen als „schlecht“.

In den kommenden zwölf Monaten dürfte die Wirtschaft in der Region nur gering wachsen: Die Anzahl der Pessimisten unter den Unternehmern überwiegt erstmals seit Frühjahr 2009 die der Optimisten. Über ein Fünftel (22 Prozent) rechnet mit einer Eintrübung der Geschäfte. Nur noch 18 Prozent gehen von einem Wachstum aus. Der Saldo beider Anteile fällt um 14 Punkte und liegt damit – wie auf bayerischer Ebene insgesamt – mit 5 Punkten im Minus.

Die schwachen Aussichten dämpfen auch die Investitionspläne der Wirtschaft. Per Saldo sinken sie von 16 auf 12 Punkte. Zwar möchte weiterhin gut jedes vierte Unternehmen mehr investieren, jedoch steigt der Anteil der Unternehmen, die ihre Investitionen reduzieren wollen, auf 15 Prozent.

Auch beim Personal machen die Unternehmen Abstriche, so dass der Beschäftigungs­aufbau in der Region München ausläuft: Zusätzliche Mitarbeiter einstellen möchten 17 Prozent der Unternehmen (im Frühjahr noch 21 Prozent), Stellen streichen wollen allerdings 16 Prozent (zuvor zehn Prozent). Per Saldo liegen die Beschäftigungspläne nun nur bei einem Punkt. Dies ist der niedrigste Wert seit neun Jahren. Im Frühjahr lag der Saldo noch bei +10 Punkten.

Die gestiegene konjunkturelle Unsicherheit spiegelt sich auch in den Risiko­bewertungen der Unternehmen wider. So haben die Sorgen vor einer Eintrübung der Inlandsnachfrage spürbar zugenommen: Mehr als die Hälfte der Unternehmen (56 Prozent) erkennt hierin ein Geschäftsrisiko. Damit ist dieses Risiko mittlerweile mit dem (Wachstums-)Risiko Fachkräftemangel (56 Prozent) gleichauf. Die wirtschafts­politischen Rahmenbedingungen (41 Prozent) sowie hohe Arbeitskosten (32 Prozent) treten angesichts der konjunkturellen Unsicherheit etwas in den Hintergrund.

„Die Politik muss jetzt schnell und mit Weitsicht auf die aus der Wirtschaft gesendeten Alarmsignale reagieren“, fordert Otto Heinz, Sprecher des IHK-Forums für die Region München. „Um wirtschaftsfördernde Maßnahmen, die das Wachstum wieder anschieben, kommen wir nicht umhin. An erster Stelle müssen Investitionsanreize stehen wie bessere Abschreibungsregelungen und niedrigere Strompreise“, erläutert der Unternehmer. Um die Standortbedingungen insgesamt zu verbessern, mahnt Heinz eine niedrigere Besteuerung der Unternehmen an. „Als Höchststeuerland ist Deutschland auf dem besten Wege, sich ins Abseits zu manövrieren“, so der Sprecher. „Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, muss der Steuersatz für einbehaltene Gewinne von aktuell über 30 Prozent auf das international übliche Niveau von 25 Prozent gesenkt werden. Nur so erhalten die Unternehmen zusätzlichen finanziellen Spielraum für Investitionen“, ist Heinz überzeugt.