30.08.2016 - Dachau

Bewerberlücke in Dachau setzt sich fort

Die Betriebe im Landkreis Dachau haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September sind noch 166 Lehrstellen frei. Damit setzt sich die Bewerberlücke auch in diesem Jahr wieder fort.

‎Über 160 freie Lehrstellen im Landkreis / über ein Drittel unbesetzte Ausbildungsplätze ‎

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen um 12,6 Prozent abgenommen, das sind 24 Stellen, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Insgesamt wollen die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 419 Lehrlinge einstellen, somit sind vorerst 39 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt.

Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau, ist überzeugt: „Für viele jungen Menschen ist eine Ausbildung geeigneter als ein Studium. Denn bei einer Lehre können sie ihre Stärken und Interessen besser einsetzen und weiter-entwickeln. Eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung bietet auf jeden Fall mehr Perspektive als ein abgebrochenes Studium. Eltern können stolz sein, wenn sich der Sohn oder die Tochter für eine Ausbildung als Zukunftsperspektive entscheidet.“

Wichtig ist in jedem Fall, dass sich die Schüler intensiv mit dem persönlichen Berufs-wunsch beschäftigen. Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer IHK-Umfrage 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schul-abgänger als größtes Hindernis. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 225 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Dachau an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 16 Prozent gestiegen, das sind 31 Verträge.

Vor Jahresfrist meldete die IHK eine Steigerung von 13,5 Prozent. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe in Dachau sind Kaufleute im Einzelhandel, Bankkaufleute, Kaufleute im Groß- und Außenhandel, Kaufleute für Büromanagement und Fachkraft für Lagerlogistik.

Ein weiterer Grund für den Bewerberengpass sind laut Fink die stagnierenden Schulabgängerzahlen: Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent.

Insgesamt sind zurzeit 224 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der ‎Ausbildung aktiv und ‎stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. ‎