30.08.2016 - Fürstenfeldbruck

Bewerberlücke in Fürstenfeldbruck erreicht Rekordniveau

Die Betriebe im Landkreis Fürstenfeldbruck haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September sind noch 346 Lehrstellen frei. Damit erreicht die Bewerberlücke in diesem Jahr einen neuen Höchstwert.

‎Über 340 freie Lehrstellen im Landkreis / 40 Prozent unbesetzte Ausbildungsplätze ‎

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen um 11,3 Prozent zugenommen, das sind 35 Stellen, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Insgesamt wollen die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 815 Lehrlinge einstellen, somit sind vorerst 42 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt.

Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck, ist überzeugt: „„Lehre bedeutet Karriere. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung stehen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen – diese Botschaft müssen die Schulen den Jugendlichen und ihren Eltern noch besser vermitteln. Besonders wichtig ist aber auch, dass sich die Schüler ausführlich mit ihrem Wunschberuf auseinandersetzen.“

Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer IHK-Umfrage 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger als größtes Hindernis. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 296 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Fürstenfeldbruck an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 11,9 Prozent gesunken, das sind 40 Verträge. Vor Jahresfrist meldete die IHK eine Steigerung von 16,3 Prozent.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe in Fürstenfeldbruck sind Kaufleute im Einzelhandel, Kaufleute für Büromanagement, Verkäufer, Bankkaufleute und Kaufleute im Groß- und Außenhandel.

Ein weiterer Grund für den Bewerberengpass sind laut Steinbauer die stagnierenden Schulabgängerzahlen: Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent.

Insgesamt sind zurzeit 302 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der ‎Ausbildung aktiv und ‎stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. ‎