30.08.2016 - Erding-Freising

Bewerberlücke in Erding erreicht Rekordniveau

Die Betriebe im Landkreis Erding haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September sind noch 266 Lehrstellen frei. Damit erreicht die Bewerberlücke in diesem Jahr einen neuen Höchstwert.

‎Über 260 freie Lehrstellen im Landkreis / jeder dritte Ausbildungsplatz unbesetzt

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen um 14,7 Prozent zugenommen, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Insgesamt wollen die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 693 Lehrlinge einstellen, somit sind vorerst 38 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt.

Andreas Scharf, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Erding-Freising, unterstreicht die Vorteile einer Ausbildung. „Eine Ausbildung bietet immer sehr gute Perspektiven. Egal ob Karriere oder Studium – mit einer erfolgreichen Lehre stehen alle Wege offen. Diese Botschaft müssen die Schulen noch besser den Schülern und ihren Eltern vermitteln.“

Wichtig ist in jedem Fall, dass sich die Schüler intensiv mit dem persönlichen Berufswunsch beschäftigen. Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer IHK-Umfrage 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger als größtes Hindernis. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 309 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Erding an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 1,6 Prozent gestiegen. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Rückgang von 7 Prozent.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe in Erding sind Kaufleute im Einzelhandel, Bankkaufleute, Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen, Industriekaufleute und Hotelkaufleute.

Ein weiterer Grund für den Bewerberengpass sind laut Scharf die stagnierenden Schulabgängerzahlen: Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent.

Insgesamt sind zurzeit 206 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der ‎Ausbildung aktiv und ‎stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. ‎