10.08.2016 - Starnberg

Tourismus im Starnberger 5-Seen-Land floriert

Der Tourismus in der Region ist auf Erfolgskurs. Wie aus einer von der IHK für München und Oberbayern präsentierten Studie hervorgeht, hat das 5-Seen-Land 2014 790.000 Übernachtungen und 5,9 Millionen Tagesgäste verzeichnet.

IHK-Studie: Gäste geben pro Tag 139 Euro aus / Strukturreformen für Oberbayern notwendig

Insgesamt hat jeder Übernachtungsgast pro Tag durchschnittlich 139,80 Euro ausgegeben. Damit gehört Starnberg zu den oberbayerischen Tourismusregionen mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben. Davon profitiert auch die öffentliche Hand mit Steuereinnahmen in Höhe von 21,8 Millionen Euro. Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg, betont die große Bedeutung des Tourismus für die Region. „Unsere schöne Landschaft mit den fünf Seen wird nicht nur von uns Einheimischen geschätzt, sondern auch von Erholungssuchenden und Urlaubern. Die Tourismusbranche sichert über 2.400 Arbeitsplätze im Landkreis und erwirtschaftet einen Brutto-Umsatz von 228,7 Millionen Euro. Diesen Erfolg wollen wir auch in den kommenden Jahren fortschreiben.“

Genauso gut sind die Zahlen für ganz Oberbayern. Die Aufenthaltstage von Touristen im Regierungsbezirk sind innerhalb von fünf Jahren um über ein Drittel gestiegen, heißt es in der Studie. Bei den Übernachtungen kam es im gleichen Zeitraum zu einem Plus von 17 Prozent. Ebenso sind die Ausgaben der Übernachtungsgäste in Oberbayern deutlich gestiegen: Sie wendeten 2014 im Schnitt pro Tag 164 Euro auf, 2009 waren es erst 131 Euro.

Die oberbayerische Tourismuswirtschaft verbuchte 2014 insgesamt 44 Millionen Übernachtungen und 263 Millionen Aufenthaltstage. Die Branche sorgt inklusive anteiliger Umsatz-, Lohn- und Einkommensteuern für Steuereinnahmen von
1,3 Milliarden Euro pro Jahr allein in Oberbayern. Reformbedarf sieht die Studie aber weiterhin in den oberbayerischen Tourismusstrukturen. Diese müssten deutlich effizienter und schlanker werden.


Ein Kirchturmdenken führe angesichts eines international immer breiter werdenden Wettbewerbs nicht zum Ziel. Touristische Angebote dürften nicht von jeder einzelnen Gemeinde oder von jedem Landkreis entwickelt werden, sondern müssten aus der Perspektive des Gastes von ganzen Regionen konzipiert und vermarktet werden. Die Studie fordert, dass die Förderpolitik Anreize für Kooperationen, Zusammenschlüsse und mehr Beteiligung der Tourismusbetriebe setzt. Auch sollten systematisch Besucherdaten in Museen oder Schlössern erfasst werden, so dass bessere Informationen über Gäste vorliegen und damit Werbemaßnahmen optimiert werden können. Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in Oberbayern“, an der neben der IHK München auch der Tourismus Oberbayern München e.V. (TOM) und der Bezirk Oberbayern des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bayern e.V.) beteiligt waren, spricht sich außerdem deutlich gegen eine zusätzliche Tourismusabgabe aus. Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in Oberbayern“ ist online unter www.ihk-muenchen.de/tourismus erhältlich.