Pressemeldung vom 10.07.2020 - Ebersberg

Coronakrise: „Die Konsumlaune ist noch sehr am Boden“

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Fehlende Planungssicherheit, verändertes Kundenverhalten und schwer gebeutelte Branchen: Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise werden aus Sicht von Sonja Ziegltrum-Teubner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg, noch lange zu spüren sein. „Ich fürchte, viele kleine Unternehmen werden auf der Strecke bleiben“, sagt die Unternehmerin aus Parsdorf. „Die Kredit- und Förderprogramme werden das Sterben nur verlangsamen, wenn ich im kommenden halben Jahr kein Geschäft machen darf. Es hat leider genau die Unternehmen getroffen, die kräftig in ihre Zukunft investiert hatten. Die haben jetzt Kredite laufen und sollen einen Zusatzkredit aufnehmen, um ihre Kreditkosten zu bedienen. Das funktioniert nicht.“

IHK-Regionalausschussvorsitzende Sonja Ziegltrum-Teubner über Lockdown und neue Trends

Im Landkreis Ebersberg sei die Lage in der Gastronomie sowie bei Hotels und im Messen-, Reise- und Veranstaltungsgeschäft angespannt, schildert die Ausschuss-vorsitzende. „Wirte dürfen wieder aufmachen und haben dank Familienfeiern, Festen und kleinerer Veranstaltungen wieder Umsätze sowie eine Perspektive. Im Einzelhandel läuft es gut für Fahrräder, Wohnmobile und Roller. Die große Trendwende steht aber noch aus. Die Konsumlaune ist noch sehr am Boden.“

Zur Hochphase der Corona-Pandemie in Bayern habe ihr ein Fahrplan von Seiten der Politik gefehlt, kritisiert Ziegltrum-Teubner. „Die hätten doch mal sagen können: Wenn die Fallzahlen unter diesem Wert liegen, können wir in zwei Wochen das wieder zulassen. Aber da kam einfach nichts. Die Unsicherheit war das Schlimmste.“ Wenn man zwei Wochen kein Geschäft mache, „dann kommt die Panik.“ Als die Lockerungen angekündigt und Beschränkungen aufgehoben wurden, sei es genauso chaotisch weitergegangen, kritisiert die Ausschussvorsitzende. „Bei den regionalen Unterschieden fehlte einem der Durchblick, wo eigentlich was wieder erlaubt ist und was nicht.“ Deutschland meistere die Krise aber im weltweiten Vergleich besser als andere Länder.

Ermutigend und beeindruckend findet Ziegltrum-Teubner, „wie schnell einige Unternehmer mit neuen Ideen auf die Krise reagiert haben.“ Aus ihrer Sicht entstehen gerade neue Trends. So habe in der Region ein neuer Markt für regionale Lebensmittel mit eigenem Drive-In aufgemacht. „Das ist mutig und innovativ“, findet Ziegltrum-Teubner.