Pressemeldung vom 14.02.2020 - Erding-Freising

Regionale Wirtschaft verabschiedet Positionspapier zur Kommunalwahl

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© IHK

Wenige Wochen vor den Kommunalwahlen in Bayern fordern die heimischen Unternehmen von der Lokalpolitik, die beiden Landkreise Erding und Freising als Wirtschaftsstandort weiter zu stärken und fit für die Zukunft zu machen. Bei seiner jüngsten Sitzung in der Freisinger AOK-Direktion hat der IHK-Regionalausschuss Erding-Freising ein Positionspapier formuliert und einstimmig verabschiedet.

IHK-Regionalausschuss fordert Verbesserungen beim ÖPNV und mehr Platz für Wohnungen

Großen Handlungsbedarf sehen die Ausschussmitglieder unter anderem beim Thema Verkehr in der Region. „Vor allem bei der S-Bahn wünschen wir uns Verbesserungen“, sagt der Vorsitzende des Ausschusses, IHK-Vizepräsident Otto Heinz. Dazu zählten, dass der Takt verdichtet, die einzelnen Abschnitte im Erdinger Ringschluss sowie die Walpertskirchener Spange zügig umgesetzt werden sollten. „Als Wirtschaft hoffen wir außerdem, dass endlich eine Express-S-Bahn zum Flughafen fährt und der Airport einen Fernbahnhof bekommt“, erklärt der Moosburger Unternehmer. Er bedauere, dass in den Landkreisen noch nicht alle Verkehrsmittel aufeinander abgestimmt seien und Fahrgäste bei Verspätungen schlecht oder gar nicht informiert würden. „Der zügige Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs bietet die große Chance, langfristig die Umwelt und das Klima zu schützen“, betont Heinz.

Heinz: Es braucht mehr Platz zum Leben und Arbeiten

Die Mitarbeiter der Unternehmen im Landkreis bräuchten bezahlbaren Platz zum Leben, betonten die Mitglieder des Regionalausschusses. Fläche sei aber teuer und aufgrund der dichten Bebauungsstruktur in der Flughafen-Region nur eingeschränkt verfügbar. Das gleiche gelte auch für Gewerbeflächen. Deswegen fordern die Unternehmer in ihrem Papier, dass die Kommunen das Baurecht ausschöpfen und für leerstehende Immobilien bei Bedarf eine Umnutzung ermöglichen sollten. „Es braucht mehr Platz zum Wohnen und Arbeiten“, sagt Heinz.

Große Hürden für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region sehen die heimischen Unternehmer in der Bürokratie der kommunalen Verwaltung. „Damit Betriebe neue Produktionsstätten und Büroflächen bauen und sich Unternehmen in der Größe erweitern können, müssen endlich Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden“, fordert Heinz. Die Bürokratie in den Rathäusern und den beiden Landratsämtern belaste die regionale Wirtschaft. Digitale Angebote und ein Zertifikat der RAL-Gemeinschaft als mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung wären aus Sicht des IHK-Regionalausschusses richtige Schritte.

Unternehmen beklagen noch immer Funklöcher

Bei der Digitalisierung der beiden Landkreise bestehe teilweise noch großer Nachholbedarf, bedauerten die Ausschussmitglieder bei ihrer Sitzung. „Es gibt noch immer Funklöcher in einigen Gebieten. Im Jahr 2020 sollte das eigentlich nicht sein“, stellt Heinz klar. Die Unternehmen bräuchten schnelles Internet und eine zuverlässige Verbindung – beispielsweise zum Speichern von Produktions- und Kundendaten oder zur Kommunikation mit Handelspartnern weltweit. Der Ausschuss fordert deswegen in seinem Positionspapier, dass sich die Kommunen und Landratsämter für einen raschen Ausbau von Glasfaser und Mobilfunk in der Region einsetzen sollten.

Aus Sicht des Regionalausschusses ist der Fachkräftemangel das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der heimischen Unternehmen. Eine Lösung sei der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder und Pflegebedürftige. „Unserer Wirtschaft geht Potential verloren, wenn Erwachsene daheim bleiben müssen, weil sie keinen Pflegeplatz für Angehörige oder Betreuungsplatz für ihre Kinder finden“, warnt Heinz.

Die Positionen des Regionalausschusses Erding-Freising zur Kommunalwahl 2020 finden Sie unter:Positionen zur Kommunalwahl 2020

Bildunterschrift: Robert Obermeier, Leiter der IHK-Geschäftsstelle München (links), und Otto Heinz, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Erding-Freising und IHK-Vizepräsident