29.11.2019 - Dachau

Wirtschaft übergibt Forderungskatalog für zukunftstaugliches Verkehrskonzept ‎

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© IHK

Angesichts der zugespitzten Verkehrssituation im gesamten Landkreis hat der IHK-Regionalausschuss Dachau einen Katalog mit sechs Forderungen für die Gestaltung eines zukunftstauglichen Gesamtverkehrskonzepts verabschiedet. Der Vorstand des IHK-Regionalausschusses, bestehend aus dem Vorsitzenden Peter Fink und den stellvertretenden Vorsitzenden Christine Unzeitig und Werner Mooseder, überreichte am 27. November den Forderungskatalog an Landrat Stefan Löwl (CSU).

IHK-Regionalausschuss fordert schnelleren Ausbau aller Mobilitätsangebote ‎

Während des Treffens mit dem Dachauer Landrat betonten die Vertreter der heimischen Wirtschaft die Dringlichkeit eines Gesamtverkehrskonzepts: „Um in der Lösung der Verkehrsprobleme entscheidende Schritte voranzukommen, fordern wir ein Konzept, das alle Mobilitätsangebote und Verkehrsteilnehmer einschließt und vor allem schnelles Handeln ermöglicht.“

Den Forderungskatalog hatten die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses auf ihrer Sitzung im Oktober einstimmig verabschiedet. In ihm spricht sich das Gremium unter anderem für den Bau einer Nord-/Ostumfahrung der Stadt Dachau aus. Weitere Forderungen sind der Bau eines Entlastungstunnels in Karlsfeld sowie die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, vor allem auf und entlang der S-Bahnlinie S2 zwischen Altomünster und Dachau. Besonders unterstützen will der IHK-Regio­nalausschuss die Idee von Landrat Löwl, die Angebote für den gezielten Umstieg auf den ÖPNV auszubauen. Nur mit attraktiven P&R (Park and Ride)- sowie P&M-Angeboten (Parken und Mitfahren) können die Menschen schon „vor dem Stau“ abgeholt werden, ist der Ausschuss überzeugt. In diesem Zusammenhang bietet die IHK an, sich mit ihrer Expertise in die Konzeption und spätere Weiterentwicklung des geplanten Pendlerparkplatzes Breitenau einzubringen.

„Bis 2037 wird unser Landkreis um 20.000 neue Einwohner wachsen. Schon heute platzen die Verkehrsflächen aus allen Nähten und die Menschen stecken beständig im Stau. Wir brauchen deshalb in der Verkehrsplanung vor allem schnell umsetz­bare Lösungen. Priorität muss der Umstieg der Menschen auf den ÖPNV haben. Er muss attraktiver werden und mit seinen Angeboten wirklich überzeugen“, beton­ten die Vertreter des IHK-Regionalausschusses im Gespräch mit dem Landrat. Als ein die Bürger überzeugendes Signal bewertete der Vorstand des IHK-Regional­ausschusses die Forderung, die gesamte S-Bahn-Linie Dachau-Altomünster durchgehend als eine Tarifzone auszuweisen. Dadurch werde für den Einzelnen nicht nur der wohnortnahe Umstieg attraktiver, sondern auch unnötige Autofahrten zu Bahnstationen in kostengünstigeren Tarifzonen würden vermieden. Das wäre aus Sicht des IHK-Regionalausschusses ein echter Beitrag zum Klimaschutz.

Der Vorstand sagte weiterhin: „Dem IHK-Regionalausschuss als Sprachrohr der Wirtschaft ist es sowohl aus unternehmerischer als auch Bürgersicht ein dringendes Anliegen, sich mit praxistauglichen Vorschlägen in die Debatte um das künftige Gesamtverkehrskonzept einzubringen. Gern arbeiten wir daran auch persönlich mit.“