15.10.2019 - Erding-Freising

IHK-Regionalausschuss besucht IHK-Stammhaus in München

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Zahlreiche Themen diskutierte der IHK-Regional­ausschuss Erding-Freising auf seiner jüngsten Sitzung im Münchner Stammhaus der IHK für München und Oberbayern. Ob gesicherte Energieversorgung im Zuge der Energiewende, effizienter Umgang mit Flächen oder die Bewältigung von Strukturwandel und Digitalisierung – zahlreiche Wortmeldungen verdeutlich­ten die Brisanz der Themen für die Unternehmer.

Austausch mit IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl ‎

Gast der Sitzung war IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. Er nutzte das Treffen mit den Wirtschafts­vertretern aus den Landkreisen Erding und Freising, um sich über regionale Aufgabenstellungen zu informieren.

In seinem Gastvortrag erläuterte IHK-Chef Gößl den Unternehmern weiterhin aktuelle Arbeitsfelder der IHK. Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern machen mit 90 Prozent den größten Anteil der über 390.000 oberbayerischen IHK-Mitglieds­unternehmen aus, so Gößl. Die IHK verstehe sich deshalb zuallererst als Sprachrohr dieser Unternehmergruppe. „Bayerns Wirtschaftskraft und Wohlstand entstehen in den Betrieben der Soloselbstständigen beziehungsweise Einzelunternehmer und in Kleinbetrieben. Für uns stehen deshalb deren Interessen im Vordergrund unserer Arbeit und Services.“ „Allein wenn es um den Bürokratieabbau geht, wäre es schon ein großer Wurf, wenn Kleinst- und Kleinunternehmer künftig von deutlich mehr Regelungen ausgenommen werden könnten“, so Gößl.

Zum Stichwort Energiepolitik sagte der IHK-Chef mit Blick auf den Ausstieg aus Kohlestrom und Atomkraft: „Unsere Betriebe brauchen die Gewissheit, dass ihre Versorgung gesichert und vor allem bezahlbar bleibt. Bayerns Wirtschaft benötigt zudem wettbewerbsfähige Strompreise. Der Bau der beiden Stromtrassen von Nord nach Süd steht deshalb außer Frage.“ Gößl verwies auf eine aktuelle ifo-Studie, die mit einer Verteuerung des Strompreises in Bayern gegenüber Norddeutschland um fünf Prozent rechnet, sollten die Trassen nicht kommen. „Für unsere energieintensiven Betriebe geht es damit um ihre Existenz“, so der IHK-Chef.

Ein weiteres Brennpunktthema, das Gößl ansprach, war der Umgang mit Flächen. Starre Flächenkontingente lehne die IHK ab, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Sie bedeuten einen Eingriff in die kommunale Planungshoheit und beschwören Konflikte zwischen den Nutzungsarten auf.“ Stattdessen plädierte Gößl für eine effizientere Flächennutzung insbesondere bereits bebauter Flächen.

Die Mitglieder des Ausschusses nutzten ihr Treffen außerdem, um sich über Themen auszutauschen, die sie im Vorfeld der bayerischen Kommunalwahlen im März 2020 an die Kommunalpolitik adressieren wollen. Hierzu wird sich der IHK-Regionalausschuss im Februar des kommenden Jahres öffentlich positionieren.

Bildunterschrift: IHK-Chef Gößl führt die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses Erding-Freising durch das sanierte Atrium des IHK-Stammhauses.