24.07.2019 - Ebersberg

Azubis dringend gesucht – mehr Lehrstellen als Bewerber im Landkreis

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Für die Betriebe im Landkreis Ebersberg ist es auch dieses Jahr eine große Herausforderung, ihre Ausbildungsplätze mit ausreichend Azubis zu besetzen. Wenige Wochen vor Start des neuen Ausbildungsjahres sind laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch 351 Lehrstellen unbesetzt.

‎Noch über 350 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Ebersberg ‎

Ihnen stehen 171 unversorgte Schulabgänger gegenüber. Bei einer Lücke von 180 fehlenden Bewerbern ist der IHK für München und Oberbayern zufolge damit zu rechnen, dass heuer erneut eine Vielzahl an Ausbildungsplätzen im Landkreis nicht besetzt werden kann.

„Die Betriebe stehen vor einem Dilemma, denn der Arbeitsmarkt ist wie leergefegt. Um sich ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern, setzen deshalb die Unternehmen im Landkreis mehr denn je auf die duale Berufsausbildung. Mit über 700 gemeldeten Ausbildungsplätzen ist das Angebot wieder sehr groß“, sagt Sonja Ziegltrum-Teubner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg. Sie empfiehlt Eltern und Schülern daher, sich frühzeitig über die Chancen, die eine Berufsausbildung bietet, zu informieren. „Mit einer erfolgreichen Ausbildung in der Tasche stehen der beruflichen Zukunft alle Wege offen. Wer bis jetzt noch keinen Erfolg mit einer Bewerbung hatte, muss jetzt weiter dranbleiben. Es ist noch nicht zu spät, um im September mit einer Ausbildung durchzustarten“, ermutigt die Vorsitzende.

Wie Ziegltrum-Teubner betont, bietet eine Berufsausbildung nicht nur jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven. „Egal in welchem Alter oder Lebensabschnitt, eine duale Berufsausbildung kann auch einen ausgezeichneten beruflichen Neustart ermöglichen. Wir leben in einer Zeit voller Veränderungen und Umbrüche, die von uns zunehmend die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen einfordert. Beruflich neu anzufangen, ist also keine Frage des Alters, sondern des Mutes, der Neugierde und des Willens“, so die Parsdorfer Unternehmerin.

Sie appelliert ebenfalls an die Politik, sich noch stärker für eine ausgewogene Balance zwischen dem beruflichen und akademischen Bildungsweg einzusetzen. „Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Studienanfänger bayernweit gesunken, bei einem gleichzeitigen Azubi-Plus in Bayerns Betrieben. Das Umdenken in der Gesellschaft verbunden mit mehr Wertschätzung gegenüber der beruflichen Ausbildung hat aber erst begonnen.“

Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Davon ist der IHK-Bereich im Landkreis mit fast 940 Azubis in über 230 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen Handwerk und freie Berufe.