24.07.2019 - Fürstenfeldbruck

Ausbildung im Landkreis: Es ist noch nicht zu spät

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Bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September sind es nur mehr wenige Wochen. Wie die jüngsten Zahlen der Agentur für Arbeit zeigen, gibt es mit 410 offenen Lehrstellen noch Potential für die aktuell 402 unversorgten Bewerber.

Noch über 400 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Fürstenfeldbruck ‎

Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern. „Die Betriebe stehen vor einem Dilemma, denn der Arbeitsmarkt ist wie leergefegt. Um sich ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern, setzen deshalb die Unternehmen im Landkreis mehr denn je auf die duale Berufsausbildung. Mit über 800 gemeldeten Ausbildungsplätzen ist das Angebot wieder sehr groß“, sagt Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck.

Er empfiehlt Eltern und Schülern daher, sich frühzeitig über die Chancen, die eine Berufsausbildung bietet, zu informieren. „Mit einer erfolgreichen Ausbildung in der Tasche stehen der beruflichen Zukunft alle Wege offen. Wer bis jetzt noch keinen Erfolg mit einer Bewerbung hatte, muss jetzt weiter dranbleiben. Es ist noch nicht zu spät, um im September mit einer Ausbildung durchzustarten“, ermutigt der Vorsitzende.

Wie Steinbauer betont, bietet eine Berufsausbildung nicht nur jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven. „Egal in welchem Alter oder Lebensabschnitt, eine duale Berufsausbildung kann auch einen ausgezeichneten beruflichen Neustart ermöglichen. Wir leben in einer Zeit voller Veränderungen und Umbrüche, die von uns zunehmend die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen einfordert. Beruflich neu anzufangen, ist also keine Frage des Alters, sondern des Mutes, der Neugierde und des Willens“, so der Vorsitzende und Personalexperte aus Maisach.

Er appelliert ebenfalls an die Politik, sich noch stärker für eine ausgewogene Balance zwischen dem beruflichen und akademischen Bildungsweg einzusetzen. „Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Studienanfänger bayernweit gesunken, bei einem gleichzeitigen Azubi-Plus in Bayerns Betrieben. Das Umdenken in der Gesellschaft verbunden mit mehr Wertschätzung gegenüber der beruflichen Ausbildung hat aber erst begonnen.“

Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Davon ist der IHK-Bereich im Landkreis mit fast 1.000 Azubis in 350 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen Handwerk und freie Berufe.