03.04.2019 - Dachau

Dachau denkt weiter: Leitbild nimmt Gestalt an

Mit einem Zuwachs von 20.000 Bürgern bis 2037 gehört der Landkreis Dachau zu den am schnellsten wachsenden Landkreisen in Bayern. 2017 zählte er noch rund 152.000 Einwohner, 2037 sollen es bereits 172.000 sein. „Ange­sichts dieser Bevölkerungsvorausberechnungen des statistischen Landesamts brauchen wir eine ehrliche Diskussion über die Entwicklung der Stadt. Und wir brauchen Ideen, wie wir das Wachstum gestalten wollen“, betonte Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau, auf dessen jüngster Sitzung bei SFS. Ein Schritt in die richtige Richtung sei die im Herbst 2018 von der Stadt gestartete Leitbilddiskussion „Dachau denkt weiter“, so Fink weiter. Das Leitbild solle am Ende die Leitplanken für die Erstellung eines neuen Flächennutzungs­plans sein.

Fink: „Stadt braucht ein Leitbild, das über die Stadtgrenzen hinaus wirkt“ ‎

Zum Status quo der Leitbilddiskussion berichtete Stefan Leuninger vom Stadt­entwicklungsbüro Leuninger und Michler. Dessen Bestandsanalyse fasste die aktuelle Situation und die Wünsche der Teilnehmer zusammen, die in zahlrei­chen Gesprächen und Workshops ermittelt wurden. Im nächsten Schritt gehe es um die Definition konkreter Ziele in den Arbeitsgruppen. Auf Grundlage dieser Ziele werde dann das Leitbild formuliert, so Leuninger.

Leuninger stellte besonders heraus, dass sich in der Diskussion vor allem eine Sicht auf Dachau als einem eigenständigen Teil der Metropolregion München herauskristallisiert habe, die vor allem auch mehr Arbeitsplätze benötige. „Dachau soll auch in 20 Jahren noch als Dachau erkennbar bleiben, so der Wunsch“, erklärte der Stadtplaner weiterhin. Andreas Fritzsche, Standort-Experte der IHK von München und Oberbayern, verwies umgehend auf das Spannungs­feld, das daraus entstehe, denn Dachau befinde sich im Verdichtungsraum der Metropolregion München. Die Stadt sei Teil des Ganzen und dürfe sich nicht ausgrenzen.

Hinsichtlich der nächsten Schritte in der Leitbilddiskussion signalisierte Vorsitzender Fink die Bereitschaft der IHK, sich auch weiterhin in die Debatte einzubringen und in den Arbeitsgruppen mitzuwirken. Er habe dabei, so Fink, verständlicherweise die ortsansässige Wirtschaft im Blick, die gerade auch in Dachau dringend Erweiterungsmöglichkeiten brauche. Außerdem riet Fink dazu, in der ganzen Diskussion über die Stadtgrenzen hinaus zu schauen. Einige Unternehmer bemängelten den fehlenden interkommunalen Austausch in der Leitbilddiskussion.