07.03.2019 - Fürstenfeldbruck

Fachkräftemangel im Landkreis: Arbeitskräfte aus dem Ausland werden immer wichtiger

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Wie in der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck deutlich wurde, versuchen auch die Betriebe im Landkreis verstärkt, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. „Der Arbeitsmarkt in Oberbayern und insbesondere im Großraum München ist leergefegt. Deshalb suchen wir mehr als früher auch in anderen Ländern der EU und in Drittstaaten nach geeigneten Mitarbeitern“, erklärt Michael Steinbauer, Vorsitzender des Regionalausschusses und stellvertretender Personalleiter der Deutschen Doka in Maisach.

Fehlender Wohnraum behindert die Anwerbung

Mehrere anwesende Unternehmer berichteten über ihre Erfahrungen in der Anwerbung von ausländischen Fachkräften, unter anderem aus Spanien, Russland, Ungarn und den Philippinen. „Der Aufwand, geeignete Fachkräfte zu finden und nach Bayern zu holen ist sehr groß und leider nicht immer von Erfolg gekrönt“, fasst Steinbauer zusammen. Größtes Hindernis, Menschen aus anderen Ländern zu beschäftigen, ist neben den Sprachkenntnissen der fehlende Wohnraum.

Um qualifizierten Menschen aus Drittländern die Arbeit in Deutschland zu erleichtern, hat sich die IHK für München und Oberbayern für die Reform des Zuwanderungsgesetzes stark gemacht. „Fachkräfte aus nicht-europäischen Ländern sind ein großes Potential für die bayerische und deutsche Wirtschaft. Diese Zielgruppe hat es aber aktuell noch sehr schwer, auf unseren Arbeitsmarkt zu kommen“, so IHK-Expertin Elfriede Kerschl. Sie begrüßt deshalb den aktuellen Gesetzentwurf, der die Zuwanderung von beruflich qualifizierten Fachkräften ausdrücklich erleichtert. Verbesserungsbedarf gibt es aber auch noch, unter anderem den Aufenthalt zur Arbeitsplatzsuche betreffend.

Beim Thema Fachkräfte ebenfalls eine Rolle spielen Geflüchtete. Laut aktuellen Zahlen gab es im Landkreis Fürstenfeldbruck mit stand Ende Dezember 2018 insgesamt 83 Auszubildende aus fluchtwahrscheinlichen Ländern in Handel, Industrie und Dienstleistungsberufen, erklärt IHK-Integrationsberater Amadou Ndiaye. Von diesen haben 38 im letzten Jahr ihre Lehre begonnen, Zu den fünf beliebtesten Ausbildungsberufen in dieser Zielgruppe gehören in der Region München Verkäufer, gefolgt von Fachkräften für Lagerlogistik, Fachlageristen, Einzelhandelskaufleuten und Hotelfachleuten.

Unternehmen können sich von Amadou Ndiaye individuell zu allen Aspekten in Integrationsfragen beraten lassen: 089 / 5116-2051 oder ndiaye@muenchen.ihk.de. Im August findet außerdem ein Workshop statt, in dem das IHK-Integrationsteam Geflüchtete mit einem Ausbildungsvertrag auf die anstehende Ausbildung mit einem Intensivtraining vorbereitet.