15.02.2019 - Erding-Freising

Ausbildungsverträge: Negativtrend hält an


Die Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis Erding haben im vergangenen Jahr 300 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Damit verzeichnet die IHK für München und Oberbayern bei den Neuverträgen für 2018 ein Minus von 5,1 Prozent gegenüber 2017. 240 der Neuverträge wurden in kaufmännischen und 60 in gewerblichen Ausbildungsberufen unterzeichnet. Laut Arbeitsagentur blieben zum Start des Ausbildungsjahres insgesamt 98 Lehrstellen mangels Bewerber unbesetzt (Stichtag 30. September 2018).

Heinz: „Wettbewerb um Azubis ist nicht einfach, aber sehr gute Investition“‎

„Der Negativtrend im Landkreis setzt sich leider auch in diesem Jahr fort. Um junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern, müssen die Betriebe alle Register ziehen, denn nur mit eigenen Azubis können sie im leergefegten Arbeitsmarkt ihren Fachkräftenachwuchs langfristig sichern“, weiß Otto Heinz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Regionalausschusses Erding-Freising. Gemeinsam mit der IHK und anderen Partnern hätten die Unternehmen in den vergangenen Jahren viel für ein zeitgemäßes Image der Ausbildung getan, darunter die Aktion „Elternstolz“ oder die Ausbildungs-Scouts.

Der Unternehmer aus Moosburg sieht es als gutes Zeichen, dass die Ersteinschreibungen an Bayerns Hochschulen 2018 leicht rückläufig waren, während die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in Bayern um 2,3 zugelegt hat. „Wichtig ist eine ausgewogene Balance beider Bildungswege“, so der IHK-Vorsitzende. Unter den 300 Neu-Azubis sind heuer auch 21 Jugendliche aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern, das sind sieben Prozent. „Aktive Integrationsarbeit ist in der heimischen Wirtschaft also gelebte Realität“, so Heinz.

Bei den Top-IHK-Lehrberufen führen dieses Jahr im Landkreis Einzelhandelskaufleute, gefolgt von den Groß- und Außenhandelskaufleute und den Bankkaufleuten.. Danach kommen Verkäufer und Kaufleute für Spedition und Lagerlogistik. Bei den Mädchen liegt die Bürokauffrau vorne, bei den Burschen ist es der Einzelhandelskaufmann. Insgesamt wurden IHK-Ausbildungsverträge in 51 verschiedenen Berufen abgeschlossen. Die Zahl der IHK-Ausbildungsbetriebe liegt bei 205.