08.02.2019 - Starnberg

IHK-Jahresempfang brilliert mit über 250 Gästen

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© Gajanin / IHK

Aufs Neue gut besucht zeigte sich heuer der Jahresempfang des IHK-Regionalausschusses Starnberg in der Starnberger Schlossberghalle. Über 250 Gäste konnte Vorsitzender Martin Eickelschulte zur Netzwerkveranstaltung für Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft begrüßen. Deutlich benann­te Eickelschulte in seinem Grußwort die weiterhin bestehenden Herausforde­rungen für den Landkreis.

Vortrag von Marco Gehrke: „Keine Angst vor KI"

„An Dauerbrennern wie bezahlbarem Wohnraum, Ausbau von Carsharing, ÖPNV oder schnellem Internet werden wir auch im neuen Jahr dranbleiben müssen.“ Umso mehr freute sich der Vorsitzende über die Erfolge aktueller Initiativen in Aus- und Weiterbildung wie den Ausbildungs­kompass oder die Fit for Future-Akademie, die Anette von Nordeck von der gwt vorstellte. „Fehlende Fachkräfte, unbesetzte Lehrstellen und on top die Digitalisierung – alles was wir tun können, um Aus- und Weiterbildung im Landkreis zu stärken, zahlt sich für die Wirtschaft aus“, so Eickelschulte.

Aus dem Landkreis hinaus auf die europäische Bühne entführte Ingo Schwarz, stellvertretender Vorsitzender des Regionalausschusses und Vorsitzender des DIHK-Mittelstandsausschusses. Schwarz berichtete über die Aktivitäten von IHK und DIHK in Berlin und Brüssel. Ein besonderes Anliegen war ihm die Sensibilisierung der Anwesenden für die Bedeutung der im Mai anstehenden Europa-Wahl. „Allein der Brexit sorgt bereits für eine erhebliche Umverteilung der Kräfte im EU-Parlament. Kleine Länder wie die Niederlande gewinnen damit deutlich an Gewicht“, so Schwarz. Sorgen bereiteten Europa-Befürwortern auch die populistischen Tendenzen in vielen Ländern. Laut Schwarz ebneten sie Kräften den Weg, die alles andere als Europa im Sinn hätten. Sein Appell: „Wählen gehen ist heuer ein Muss!“

Keine Angst vor KI

Um Chancen und Risiken der Digitalisierung ging es im Anschluss mit Marco Gehrke, Direktor des Kölner Cybercrime Research Instituts. Anschaulich und unterhaltsam analysierte der Gastredner digitale Trends wie Big Data, Robotik, Virtual Reality oder Quantum Computing und welches Wechselbad an Gefühlen sie bei den Menschen auslösen. Gehrke positionierte sich dabei deutlich. Ihm zufolge gerate in der ganzen Debatte um die Digitalisierung all das Phantas­tische und Sinnvolle, das diese Technologien – vor allem wenn sie kombiniert werden – ermöglichen würden, zu sehr in den Hintergrund. Er bedauerte, dass es in Europa keine offene Diskussion über die Chancen, die die Digitalisierung biete, gäbe. „Dabei befinden wir uns glasklar in einer Übergangsphase. Eigentlich müssten wir hier und heute offen diskutieren, mit welchen Berufen die Menschen in 15 Jahren überhaupt noch eine Chance haben. Das findet leider nicht statt“, so der Experte.