31.08.2018 - Erding-Freising

Über 260 Jugendliche starten Ausbildung in IHK-Berufen

Team Of Engineers Having Discussion In Factory

Anfang September treten 261 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Erding eine Ausbildung in Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an. Das teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist dies ein Minus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. „In den letzten acht Jahren gab es nie weniger Neuverträge als heuer. Das ist schade, denn angesichts des leergefegten Arbeitsmarktes setzen die Unternehmen zu Recht auf den selbst ausgebildeten Nachwuchs. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünschen wir auf jeden Fall viel Erfolg auf dem bevorstehenden Weg“, sagt Otto Heinz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzende des Regionalausschusses Erding-Freising.

IHK-Vizepräsident Heinz: „Betriebe nehmen noch kurzfristige Bewerbungen an“‎

Viele Betriebe haben auch heuer große Mühe, bis zum 1. September alle Lehrstellen zu besetzen. Für 222 freie Plätze gibt es aktuell nur 46 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Ausbildungsstellen und Bewerber im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Heinz ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter eine Chance zu suchen. „In praktisch allen Branchen nehmen Betriebe auch noch kurzfristig Bewerbungen an. Bis in den Oktober hinein kann man noch in die Ausbildung einsteigen“, so der Unternehmer.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Einzelhandelskaufleute, Kaufleute im Groß- und Außenhandel (Fachrichtung Großhandel), Bankkaufleute, Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen und Fachkräfte für Lagerlogistik. Zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen gehören auch 14 Personen aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern – das sind über fünf Prozent aller neuen Ausbildungsverträge.

Heinz setzt sich für eine bessere Berufsorientierung an den Schulen ein: „Schüler und deren Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Lehre entscheiden. Denn eines steht fest: Besser als mit einer Ausbildung kann man nicht in das Berufsleben starten“. In einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) sagen 75 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis 192 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp
60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Zahlreiche freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter IHK-Lehrstellenbörse zu finden.