31.08.2018 - Dachau

Über 230 Jugendliche starten Ausbildung in IHK-Berufen

Gruppe von glücklichen Studenten mit Lehrer und Tablet Computer in der Universität
© © Robert Kneschke

Mit Beginn September treten 237 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Dachau eine Ausbildung in Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an. Das teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist dies ein Plus von fast elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist die höchste Zahl an Neuverträgen seit 2010, eine sehr gute Nachricht für unsere Wirtschaft. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünschen wir viel Erfolg auf dem bevorstehenden Weg“, sagt Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau.

Fink: „Höchste Zahl an Neuverträgen seit 2010“‎

Viele Betriebe haben aber auch heuer große Mühe, bis zum 1. September alle Lehrstellen zu besetzen. Für 232 freie Plätze gibt es aktuell nur 54 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Ausbildungsstellen und Bewerber im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Die Zahl der nicht besetzten Lehrstellen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 43,2 Prozent.

Fink ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter eine Chance zu suchen. „In praktisch allen Branchen nehmen Betriebe auch noch kurzfristig Bewerbungen an. Bis in den Oktober hinein kann man noch in die Ausbildung einsteigen“, so der Unternehmer. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Verkäufer, Einzelhandelskaufleute, Bankkaufleute, Kaufleute im Groß- und Außenhandel (FR Großhandel) und Kaufleute für Büromanagement. Fink verweist auch auf den neuen Beruf der E-Commerce-Kaufleute, es ist der erste vollständig digital ausgerichtete IHK-Ausbildungsberuf. Im Landkreis Dachau gibt es dazu bisher zwei Azubis.

Zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen gehören auch 23 Personen aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern – das sind fast zehn Prozent aller neuen Ausbildungsverträge.

Fink setzt sich für eine bessere Berufsorientierung an den Schulen ein: „Schüler und deren Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Lehre entscheiden. Denn eines steht fest: Besser als mit einer Ausbildung kann man nicht in das Berufsleben starten“. In einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) sagen 75 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis 243 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Zahlreiche freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter IHK-Lehrstellenbörse zu finden.