18.06.2018 - Landkreis München

Wirtschaft und Landtagskandidaten im Gespräch

Mobilität, schnelles Internet und bezahlbarer Wohnraum: Über diese Themen diskutierte der IHK-Regionalausschuss mit den Landtagswahl-Kandidaten im Landkreis München. Am Gespräch teilgenommen haben Ernst Weidenbusch (CSU), Annette Ganssmüller-Maluche (SPD), Thomas Jännert (FDP), Claudia Köhler (Die Grünen) und Rainer Gross (AfD).

Leicher: „Unser Standort braucht konkrete Lösungen für Mobilität und Wohnen“‎

Nachdem sich die Kandidaten kurz vorgestellt haben, eröffnete Ausschuss-Vorsitzender Christoph Leicher die Diskussionsrunde. Sehr ausführlich waren die Positionen zur Mobilität. „Münchens ÖPNV-Struktur stammt noch immer aus der Zeit vor den Olympischen Spielen 1972. Das ist die größte Hürden für die Weiterentwicklung“, ist CSU-Landtagsabgeordneter Weidenbusch überzeugt. Auf Nachfrage erteilte er dem Südring eine Abfuhr. Laut den offiziellen Gutachten würden die Kosten deutlich höher als der tatsächliche Nutzen sein.

Auch für Ganssmüller-Maluche ist dieses Projekt keine Option. Stattdessen müssen beschlossene Vorhaben in die Realisierung kommen. „Was fertig geplant ist, wird aber oft nicht umgesetzt“, kritisiert die stellvertretende Landrätin am Beispiel der U-Bahn-Verlängerung der Linie 6 nach Martinsried. „Es fehlt an einer übergeordneten Strategie“. Thomas Jännert von der FDP sprach sich außerdem für den Bau der B15 neu von Landshut nach Rosenheim aus.

Konsens zwischen allen Kandidaten gab es beim schnellen Internet. „Breitband ist der Herzschrittmacher für die Wirtschaft und insbesondere für den Aufbau kleiner und mittlerer Unternehmen“, ist Jännert überzeugt. Beim zweiten drängenden Thema Wohnraum fordert AfD-Kandidat Gross „mehr Marktwirtschaft“, um das knappe Angebot an bezahlbarem Wohnraum zu erhöhen.

Ein Vorschlag, von dem insbesondere Claudia Köhler von den Grünen nichts hält. „Wir müssen mehr als bisher in die Höhe bauen“, so Köhler. Außerdem sollten wieder mehr Werkswohnungen gebaut werden: „Die Politik muss Anreize schaffen, damit die Betriebe selbst wieder Wohnraum für ihre Mitarbeiter bauen“.

IHK-Vorsitzender Christoph Leicher war mit dem Austausch zwischen Politik und Wirtschaft sehr zufrieden: „Der enge Dialog mit Mandatsträger und Kandidaten ist wichtig und richtig. Gerade vor Wahlen müssen wir uns als Unternehmen intensiv mit den wirtschaftspolitischen Forderungen der Parteien und Kandidaten auseinandersetzen. Unser Standort braucht konkrete Lösungen, insbesondere bei Wohnen und Mobilität. Dafür müssen sich die künftigen Abgeordneten in der nächsten Legislaturperiode einsetzen“.