30.05.2018 - Ebersberg

Mehr Betriebsübernahmen, weniger Neugründungen im Landkreis Ebersberg

Die Gründungsdynamik im Landkreis Ebersberg hat sich im vergangenen Jahr nicht verändert. Wie die ‎IHK für München und Oberbayern mitteilt, meldeten im vergangenen Jahr insgesamt 1.231 Personen ein Gewerbe an, genauso viele wie schon 2016. Zwar sind die Firmenneugründungen leicht um 1,7 Prozent auf 1.112 gesunken, im Gegenzug haben aber die Betriebsübernahmen stark zugelegt.

IHK präsentiert Gründungsbilanz für den Landkreis

Insgesamt gab es 119 Übernahmen bestehender Betriebe, ein Plus von 19 Prozent. Oberbayernweit sind nur in der Stadt Rosenheim und im Landkreis Bad Tölz die Übernahmen stärker gewachsen. Die meisten Neugründungen gibt es bei Dienstleistungen (259) und im Handel (185), bei den Betriebsübernahmen liegt das Gastgewerbe (36) und das Baugewerbe (28) vorne.

Ausschlaggebend für die weiterhin niedrige Gründungsdynamik ist laut IHK die Konjunktur: „Der Arbeitsmarkt im Großraum München bietet Vollbeschäftigung. Erfahrungsgemäß sinkt damit das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken“, sagt Sonja Ziegltrum-Teubner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg. Gerade das Plus bei den Betriebsübernahmen sei aber auch ein gutes Signal. Positiv sei ebenfalls der Trend zur besseren Vorbereitung, unter anderem durch Angebote wie die IHK-Gründermesse und die Beratungen der Kammer. „Jungunternehmer steigern so ihre Erfolgsaussichten, die dank der wirtschaftlichen Rahmendaten ohnehin so gut wie selten zuvor sind“, ist die Parsdorfer Unternehmerin überzeugt. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass die Gründer überlegter handeln. „So testen sie parallel zu einem bestehenden Arbeitsverhältnis, ob das angepeilte Geschäftsmodell überhaupt tragfähig ist“, erklärt Ziegltrum-Teubner.

Die IHK-Vorsitzende betont die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen sorgen für Innovationen und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“ Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.