30.05.2018 - Erding-Freising

Durststrecke für Gründer im Landkreis Erding geht weiter

Weniger Menschen im Landkreis Erding wollen ihr eigener Chef werden. Die Existenzgründerzahlen sind 2017 nach einem Plus im Vorjahr wieder gesunken, teilt die ‎IHK für München und Oberbayern mit. Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 1.112 Personen ein Gewerbe an, ein Minus von 2,8 Prozent gegenüber 2016. In 1.003 Fällen handelte es sich dabei um Firmenneugründungen, ein Rückgang von 2,2 Prozent.

Gewerbeanmeldungen weiter rückläufig / Auch Betriebsnachfolger sind Mangelware‎

Die Betriebsübergaben an einen Nachfolger haben laut IHK-Angaben noch deutlicher nachgelassen und schrumpften um 7,6 Prozent auf 109 Fälle. Die meisten Neugründungen gibt es im Handel (213) und bei Dienstleistungen (198), bei den Betriebsübernahmen liegt das Baugewerbe (25) sowie Handel und Gastgewerbe (jeweils 23) vorne.

Die IHK führt die Flaute in erster Linie auf die anhaltend gute Konjunktur zurück: „Der Arbeitsmarkt im Großraum München bietet Vollbeschäftigung“, sagt Otto Heinz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Regionalausschusses Erding-Freising. Damit sinke das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken. Positiv sieht die IHK dagegen den Trend zur besseren Vorbereitung einer Gründung, unter anderem durch Angebote wie die IHK-Gründermesse und Beratungen der Kammer. „Die Existenzgründer steigern so ihre Erfolgsaussichten, die dank der wirtschaftlichen Rahmendaten ohnehin so gut wie selten zuvor sind“, sagt Heinz. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass die Gründer überlegter handeln. „So testen sie parallel zu einem bestehenden Arbeitsverhältnis, ob das angepeilte Geschäftsmodell überhaupt tragfähig ist“, erklärt der IHK-Vizepräsident.

Heinz unterstreicht die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen sorgen für Innovationen und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“ Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.