30.05.2018 - Dachau

Wieder mehr Gründer im Landkreis Dachau

Nach drei Rückgängen in Folge wollten im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen im Landkreis Dachau ihr eigener Chef werden. Wie die ‎IHK für München und Oberbayern mitteilt, meldeten im vergangenen Jahr insgesamt 1.267 Personen ein Gewerbe an, ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 1.209 Fällen handelte es sich dabei um Firmenneugründungen, ein Zuwachs von 3,1 Prozent.

Neugründungen sind angestiegen / Betriebsnachfolger bleiben Mangelware

Die Betriebsübergaben an einen Nachfolger haben laut IHK-Angaben jedoch weiter nachgelassen und schrumpften sogar um 14,7 Prozent auf 58 Fälle. Die meisten Neugründungen gibt es bei Dienstleistungen (259) und im Handel (233), bei den Betriebsübernahmen liegt der Handel (15) und das Gastgewerbe (13) vorne.

Ausschlaggebend für die Gründungsdynamik ist laut IHK die Konjunktur: „Der Arbeitsmarkt im Großraum München bietet Vollbeschäftigung. Erfahrungsgemäß sinkt damit das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken“, sagt Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau. Das leichte Plus im Landkreis entgegen dem Trend in Bayern und Oberbayern
(-0,9 bzw. -3,7 Prozent) sei deshalb ein gutes Signal, so Fink. Positiv sei ebenfalls der Trend zur besseren Vorbereitung, unter anderem durch Angebote wie die IHK-Gründermesse und Beratungen der Kammer. „Jungunternehmer steigern so ihre Erfolgsaussichten, die dank der wirtschaftlichen Rahmendaten ohnehin so gut wie selten zuvor sind“, ist Fink überzeugt. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass die Gründer überlegter handeln. „So testen sie parallel zu einem bestehenden Arbeitsverhältnis, ob das angepeilte Geschäftsmodell überhaupt tragfähig ist“, erklärt der IHK-Vorsitzende.

Fink unterstreicht die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen sorgen für Innovationen und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“ Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.