16.04.2018 - Ebersberg

Flächen für Gewerbe sind rar im Landkreis

Gewerbeflächen im Landkreis zu entwickeln ist eine große Herausforderung. Zu diesem Ergebnis ist der IHK-Regionalausschuss Ebersberg in seiner jüngsten Sitzung in Aßling gekommen. Der Landkreis verzeichne viele Anfragen von Münchner Betrieben, die sich gerne im Landkreis ansiedeln würden, erklärt Landrat Robert Niedergesäß.

IHK-Vorsitzende Ziegltrum-Teubner für stärkere Verdichtung vorhandener Standorte

„Das Angebot an Flächen ist aber überschaubar“, so der Landrat. Derzeit liege das Gewerbeflächen-Potential bei 18 Hektar. Zum Vergleich: Allein die letzte große Erweiterung in Parsdorf hätte bereits 30 Hektar betragen.

IHK-Vorsitzende Sonja Ziegltrum-Teubner weist auf eine Dilemma hin: „Viele Betriebe möchten an ihrem Standort verdichten. Das funktioniert aber nicht immer. Weil Wohngebiete in der Vergangenheit oftmals an bestehende Gewerbestandorte herangerückt sind, kommt es aber vermehrt zu Konflikten, beispielsweise wegen Lärmemissionen. Einen Bestandsschutz bei Betriebserweiterungen gibt es leider nicht.“

Landrat Niedergesäß bestätigt: „Viele Betriebe stoßen in ihrer Entwicklung an die Grenzen des Baurechts, das auch beim Bau im Bestand sehr streng ist.“ Im Bayerischen Landkreistag will Niedergesäß deshalb mit einer eigenen Initiative eine Erleichterung für das Baurecht im Außenbereich anstoßen. Flächen für die Wirtschaft schaffen möchte ebenfalls die Gemeinde Aßling, erklärt der erste Bürgermeister Hans Fent. Die Gemeinde hat nur zwei ausgewiesene Gewerbegebiete, aber insgesamt über 30 Ortsteile und Weiler. „Raum für Unternehmen soll in jenen Ortskernen entstehen, in denen es auch eine definierte Innenentwicklung gibt“, ist Fent überzeugt.

In der abschließenden Tischumfrage bestätigen die Unternehmerinnen und Unternehmer die sehr gute Auftragslage. Größtes Problem bleibt der Fachkräftemangel: „Es ist unglaublich schwierig, Personal zu finden“, erklärt Ziegltrum-Teubner. Von der neuen Bundesregierung wünscht sie sich außerdem, dass Arbeitszeiten in Zukunft flexibler gestaltet werden können. „Das wäre ein großer Fortschritt für Betriebe und Mitarbeiter, vor allem in saisonabhängigen Branchen“, so die Parsdorfer Unternehmerin.