13.04.2018 - Ebersberg

Ziegltrum-Teubner: „Wirtschaft im Landkreis geht sorgsam und effizient mit Flächen um“‎

Der Landkreis Ebersberg ist grün: Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Wie Sonja Ziegltrum-Teubner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg erklärt, waren Ende 2016 87,5 Prozent der Fläche Natur oder wurden landwirtschaftlich genutzt. Lediglich ein Prozent wurde von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht. „Die Wirtschaft geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um“, stellt Ziegltrum-Teubner fest.

IHK gegen Flächen-Obergrenze / Ein Prozent des Landkreises von Wirtschaft genutzt

Eine Obergrenze für Kommunen in der Flächenausweisung lehnt die IHK ab. „Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird Wohnraum zwangsläufig noch teurer. Die Einschränkung der kommunalen Planungshoheit setzt zudem die unterschiedlichen Nutzungsarten wie Wohnen, Freizeit und Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander. Wichtige Projekte bleiben dann zu Lasten der Bürger auf der Strecke“, befürchtet die Parsdorfer Unternehmerin. Stattdessen plädiert die Wirtschaft für mehr Effizienz in der Flächennutzung in Form von Verdichtungen und der Revitalisierung von Brachflächen.

Sehr wichtig ist für Ziegltrum-Teubner die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen. „Das Bauen auf der grünen Wiese ist nicht der Königsweg. Viel öfter spart hingegen ein strategisches und gemeindeübergreifendes Flächenmanagement Grundstücke und Kosten“, ist die Unternehmerin überzeugt. Mit der öffentlichen Wohnbaugesellschaft Ebersberg seien Landkreis und Kommunen deshalb auf dem richtigen Weg. Ebenso sollte die Möglichkeit interkommunaler Gewerbegebiete vermehrt geprüft werden. „Wenn der Bedarf da ist und die Bedingungen stimmen, müssen unsere 21 Städte und Gemeinden auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und ‎Anforderungen der lokalen Unternehmen eingehen können“, erklärt die IHK-Vorsitzende.

Eine wichtige Botschaft hat sie auch für die Landespolitik: „Wir verlangen von allen ‎politischen Akteuren und Parteien eine ehrliche Diskussion. ‎Wer nur die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft ‎an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit ‎Versiegelung und Betonflut gleichsetzt, führt die Bürger ‎bewusst in die Irre.‎“ Wie aus den Zahlen des Landesamtes für Statistik hervorgeht, ist der Anteil von Gewerbe- und Industrie an der ‎Gebietsfläche im Landkreis Ebersberg zwischen 2011 und 2015 ‎nur leicht um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.

Der Ebersberger Forst umfasst mit rund 9.000 Hektar etwa 16 Prozent der Gesamtfläche. Über 7.500 Hektar davon sind Landschaftsschutzgebiet.

Flächennutzung im Landkreis Ebersberg zum 31. Dezember 2016

  • Wald, ‎Wiesen, Felder, Landwirtschaft, Gebirge und Gewässer: 87,5 Prozent
  • Verkehrsflächen: 4,2 Prozent
  • Wohnen: 3,5 Prozent
  • Gemischte Nutzung: 2,0 Prozent
  • Sport, Freizeit und Erholung: 1,3 Prozent
  • Industrie und Gewerbe: 0,6 Prozent
  • Handel und Dienstleistungen: 0,4 Prozent
  • Besondere funktionale Prägung: 0,3 Prozent
  • Ver- und Entsorgung, Halde: 0,2 Prozent


Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik