28.02.2018 - Landkreis München

Landkreis München: ‎2,3 Prozent des Landkreises wird wirtschaftlich genutzt

Der Landkreis München ist grün: Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Wie Christoph Leicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses München (Landkreis) erklärt, waren Ende 2016 ganze 80 Prozent der Fläche Natur oder wurden landwirtschaftlich genutzt. Lediglich 2,3 Prozent wurde von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht. „Die Wirtschaft geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um“, stellt Leicher fest.

IHK gegen Flächen-Obergrenze ‎

Der Landkreis München ist grün: Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Wie Christoph Leicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses München (Landkreis) erklärt, waren Ende 2016 ganze 80 Prozent der Fläche Natur oder wurden landwirtschaftlich genutzt. Lediglich 2,3 Prozent wurde von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht. „Die Wirtschaft geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um“, stellt Leicher fest.

Eine Obergrenze für Kommunen in der Flächenausweisung lehnt die IHK ab. „Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird Wohnraum zwangsläufig noch teurer. Die Einschränkung der kommunalen Planungshoheit setzt zudem die unterschiedlichen Nutzungsarten wie Wohnen, Freizeit und Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander. Wichtige Projekte bleiben dann zu Lasten der Bürger auf der Strecke“, befürchtet der Kirchheimer Unternehmer. Stattdessen plädiert die Wirtschaft für mehr Effizienz in der Flächennutzung in Form vom Verdichtungen und der Revitalisierung von Brachflächen. Das Bauen auf der grünen Wiese sei nicht der Königsweg.

Die Kommunen fordert Leicher zu einer besseren Zusammenarbeit auf. „Kirchturmpolitik bringt uns nicht weiter – ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement hingegen schon“, so Leicher. In der gewerblichen Nutzung sollten unter anderem auch interkommunale Gewerbegebiete mehr als bisher in Betracht gezogen werden. „Wenn der Bedarf da ist und die Bedingungen stimmen, müssen unsere 29 Städte und Gemeinden im Landkreis auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und ‎Anforderungen der lokalen Unternehmen eingehen können“, fordert Leicher.

Eine wichtige Botschaft hat Leicher auch für die Landespolitik: „Wir verlangen von allen ‎politischen Akteuren und Parteien eine ehrliche Diskussion. ‎Wer nur die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft ‎an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit ‎Versiegelung und Betonflut gleichsetzt, führt die Bürger ‎bewusst in die Irre.‎“ Wie aus den Zahlen des Landesamtes für Statistik hervorgeht, hat der Anteil von Gewerbe- und Industrie an der ‎Gebietsfläche im Landkreis München zwischen 2011 und 2015 ‎leicht abgenommen. Gleichzeitig hat die Bruttowertschöpfung seit 2010 um 30 Prozent zugelegt.

Flächennutzung im Landkreis München zum 31. Dezember 2016

  • Wald, ‎Wiesen, Felder, Landwirtschaft, Gebirge und Gewässer: 79,6 Prozent
  • Verkehrsflächen: 6,3 Prozent
  • Gemischte Nutzung (bsp. landwirtschaftliche Betriebsfläche) : 1,5 Prozent
  • Wohnen: 6,4 Prozent
  • Sport, Freizeit und Erholung (bsp. Sportplätze, Grünanlagen, Parks): 2,1 Prozent
  • Industrie und Gewerbe: 1,3 Prozent
  • Besondere funktionale Prägung (bsp. Schulen, Verwaltung, Burgen): 1,3 Prozent
  • Handel und Dienstleistungen: 1,0 Prozent
  • Ver- und Entsorgung, Halde (bsp. Wasserwerk, Photovoltaikanlagen, Kläranlage): 0,3 Prozent
  • Friedhöfe: 0,2 Prozent