26.03.2018 - Dachau

Neue Datenschutzgrundverordnung wird für Wirtschaft zur Nagelprobe

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Mit Inkrafttreten der neuen europäischen Datenschutzgrundverord­nung (EU-DSGVO) am 25.5.2018 kann Unternehmen der sorglose Umgang mit personenbezogenen Daten teuer zu stehen kommen. So ist fast jede der neuen Vorschriften der EU-DSGVO bußgeldbewehrt. Bei Verstößen stehen finanzielle Sanktionen in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro beziehungsweise bei Unternehmen von vier Prozent ihres weltweiten Vorjahresumsatzes im Raum.

Datensicherheit ist Chefsache / Diskussion über Flächennutzung im Landkreis‎

Eingeführt wird auch eine Meldepflicht für Datenschutzvergehen. So müssen Betriebe innerhalb von 72 Stunden zuständige Behörden und betroffene Personen beispielsweise über einen Datendiebstahl informieren. Ziel der EU-DSGVO ist es, vor allem die Rechte von Personen, deren Daten von einem Unterneh­men erfasst, verarbeitet und genutzt werden, zu stärken. Betriebe sind mit der Einführung des EU-weit geltenden Gesetzes zur Einrichtung eines effektiven Datenschutz-Management-Systems verpflichtet.

Über die Anforderungen der EU-DSGVO informierte Sicherheits-Experte Helmut Fuchs, Geschäftsführer der Firma Adversio, in der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses Dachau. Er stellte den Unternehmern auch mögliche Sicherheitslecks sowie grundlegende Sicherheitsmaßnahmen vor, mit denen sie einen entsprechenden Datenschutz aufbauen können.

Fuchs appellierte an die Anwesenden, die neue Verordnung nicht als Störfaktor, sondern vor allem als Chance zu begreifen. Jetzt sei der Moment, so der Experte, unternehmens­kritische Prozesse zu optimieren und die dabei gewonnenen Erfahrungen für die Umsetzung künftiger Compliance-Projekte zu nutzen.

Für viel Diskussion unter den Sitzungsteilnehmern sorgte auch das zweite Thema des Abends. Andreas Fritzsche, Teamleiter Standortberatung bei der IHK für München und Oberbayern, stellte aktuelle Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik zur Flächennutzung im Landkreis vor. Denen zufolge liegt der Anteil der Freiflächen bei über 86 Prozent. Gerade einmal 0,9 Prozent der Landkreisfläche werden von Gewerbe, Industrie, Handel und Dienstleis­tungen beansprucht. „Unser Landkreis ist grün“, kommentierte Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, die Zahlen.

Die Wirtschaft gehe sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um, so der Vorsitzende, das zeige auch der Flächenanteil von Industrie und Gewerbe, der seit 2011 unverändert bei 0,5 Prozent liege. „In einer Boomregion wie der unseren brauchen wir vor allem ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement. Und dieses muss auch den Betrieben Wachstums- und Erweiterungsmöglichkeiten einräumen“, erläuterte Fink und bekräftigte: „Das gilt umso mehr, wenn Wohlstand für alle und die Prosperität des Wirtschaftsstandorts gesichert werden sollen.“