22.11.2017 - Erding-Freising

Unternehmer für mehr kommunale Zusammenarbeit bei Gewerbeflächen

In seiner jüngsten Sitzung bei der Printvision AG in Freising hat sich der IHK-Regionalausschuss Erding-Freising mit der Gewerbeflächen-Entwicklung in den beiden großen Kreisstädten beschäftigt. In der Stadt Erding gibt es derzeit rund 150 Hektar Gewerbeflächen, bis 2021 steigt der Bedarf voraussichtlich um weitere 18 Hektar, wie Regierungsbaumeister Christian Famira-Parcsetich berichtet.

IHK-Regionalausschuss berät über die Entwicklungen in Erding und Freising

Eine große Rolle spielt dabei die zukünftige Konversion des Fliegerhorstes. Auf dem 365 Hektar großen Gebiet könnten laut dem Leiter der Erdinger Stadtentwicklung rund 40 Hektar für Betriebe genutzt werden, „allerdings muss die Stadt erst noch an die Flächen kommen“. Das Gelände befindet sich noch im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. IHK-Standortexperte Florian Kraus begrüßt die Erschließung von Konversionsflächen für wirtschaftliche Zwecke. „Wenn diese Option allerdings nicht verfügbar ist, müssen die Kommunen Alternativkonzepte vorhalten, um dem Bedarf der Betriebe entgegenzukommen“, so Kraus.

Bei der Ausweisung von Gewerbeflächen im Landkreis Erding fordern die Unternehmen im Regionalausschuss insgesamt mehr Koordination zwischen den Nachbargemeinden. „Eine gemeinsames Planung sieht anders aus“, brachte Siegfried Förg die bisherige Praxis auf den Punkt.

Freisings Stadtbaumeisterin Barbara Schelle präsentierte gemeinsam mit Michael Schulze den aktuellen Stand der Innenstadtentwicklung. Bis 2023 sollen die Arbeiten im zentralen Bereich abgeschlossen sein. „Die Umgestaltung der Freisinger City ist grundsätzlich begrüßenswert. Ein Knackpunkt bleiben aber die zukünftigen Parkmöglichkeiten. Hier sehen wir noch Probleme, weshalb der Regionalausschuss die weitere Umsetzung sehr genau verfolgen wird“, stellt Christian Sperrer, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, fest.

Ein weiterer unternehmerrelevanter Aspekt sind die Kosten für die Straßenerneuerung sowie für die Öffnung der Moosach in der Innenstadt. „Diese Ausgaben werden voraussichtlich über die Straßenausbaubeitragssatzung zu einem wesentlichen Teil an die Immobilieneigentümer weitergegeben und können zu höheren Mieten für die Geschäftslokale führen“, so Sperrer. In der Tischumfrage zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung berichten die Betriebe mehrheitlich über eine sehr gute Auftragslage. Sorgen bereitet den Unternehmern allerdings der zunehmende bürokratische Aufwand sowie das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum für die eigenen Mitarbeiter.